E.ON kommt bei Umsetzung der Strategie gut voran:

Verbleib der deutschen Kernenergie bei E.ON ermöglicht Abspaltung nach Zeitplan

09.09.15

  • Strategische Neuaufstellung von E.ON im Zeitplan, Uniper geht zum Jahreswechsel an den Start
  • E.ON konzentriert sich künftig auf Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen – Kernenergie kein strategisches Geschäftsfeld
  • Steuerung deutscher Kernenergie durch PreussenElektra in Hannover
  • Offenheit für konstruktive Lösungen in gemeinsamer Verantwortung mit der Politik
  • Wertberichtigungsbedarf zum dritten Quartal im höheren einstelligen Milliarden-Euro-Bereich erwartet
  • Dividende für das laufende Geschäftsjahr bleibt bei 50 Cent

Der verbleibende Betrieb und Rückbau der konzerneigenen deutschen Erzeugungskapazität aus Kernenergie gehen nicht auf Uniper über, sondern bleiben in der Verantwortung von E.ON. Die strategische Neuausrichtung des Konzerns wird davon nicht berührt, die Aufspaltung in zwei Unternehmen erfolgt aus heutiger Sicht im Zeitrahmen. Einem entsprechenden Vorstandsbeschluss hat der Aufsichtsrat des Unternehmens am Mittwochabend einstimmig zugestimmt. Der Konzern betreibt derzeit in Deutschland noch drei aktive Kernkraftwerke und hält Minderheitsbeteiligungen an drei weiteren. Der Anteil der deutschen Kernenergie am heutigen Erzeugungsportfolio von E.ON liegt bei rund acht Prozent.

„Mit dieser Entscheidung beugen wir Risiken für die Umsetzung unserer Konzernstrategie vor. Denn wir können und wollen nicht auf etwaige politische Entscheidungen warten, die die Abspaltung von Uniper verzögern könnten“, sagte E.ON-Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen. Deshalb sei aktives Handeln geboten. Teyssen verwies auf die aktuelle Diskussion um die Gesetzesinitiative für ein Haftungsgesetz. Insbesondere das Risiko einer gesetzlich verankerten Entkopplung zwischen Haftung und unternehmerischem Einfluss sei nicht tragbar. Ein verantwortungsvoller Vorstand könne seinen Eigentümern nicht vorschlagen, unbegrenzt für völlig unabhängiges Handeln einer anderen Gesellschaft zu haften. „In der globalen Wirtschaftswelt gibt es bei der Auftrennung von Eigentum kein vergleichbares Vorgehen für eine Haftungsregelung ohne Beschränkung von Dauer und Umfang. Dennoch will Deutschland diesen Sonderweg offenbar einschlagen“, betonte Teyssen. Ein solches Gesetz wäre zwar voraussichtlich verfassungswidrig, aber einen jahrelangen Rechtsstreit könne das Unternehmen bei der geplanten Neuausrichtung nicht abwarten.

„Unsere Entscheidung ermöglicht den nötigen Freiraum, die Konzernstrategie und den laufenden Abspaltungsprozess im vorgesehenen Zeitrahmen umzusetzen. Damit schaffen wir gute Perspektiven für unsere Mitarbeiter und eine wertorientierte Neuaufstellung für unsere Eigentümer“, sagte Teyssen. Gleichzeitig begegne das Unternehmen damit der in jüngster Zeit zunehmend zum Ausdruck gebrachten Sorge, E.ON wolle sich der Verantwortung für die Kernenergie entledigen. „Diese Sorge war und ist unbegründet. Die Kernenergie war nie ein wesentlicher Treiber für die Entwicklung der Konzernstrategie und der daraus folgenden Aufspaltung des Unternehmens“, stellte Teyssen klar. Aufgrund des politisch beschlossenen Ausstiegs bis 2022 stelle die Kernenergie in Deutschland ohnehin seit Jahren schon kein strategisches Geschäftsfeld mehr dar.

Das Geschäft mit der Kernenergie wird künftig von einer gesonderten operativen Einheit mit dem Namen „PreussenElektra“ in Hannover gesteuert. Damit lebt ein früherer Unternehmensname wieder auf: Unter der Marke PreussenElektra hatte die E.ON-Vorläuferin VEBA Kernkraftwerke gebaut und betrieben. PreussenElektra wird weitgehend nicht in die funktionalen Führungsstrukturen des Konzerns eingebunden. Auch wird E.ON keine Produkte von PreussenElektra den eigenen Kunden anbieten. „Der Verbleib der deutschen Kernenergie wird sich nicht auf die grundlegende strategische Neuausrichtung von E.ON auswirken. Wir konzentrieren uns auf die neue Energiewelt. Daneben wird PreussenElektra die drei noch aktiven Kernkraftwerke solide und verantwortungsvoll bis zum Ende der Laufzeit betreiben und unseren Verpflichtungen für Rückbau und Entsorgung uneingeschränkt nachkommen“, so Teyssen. Rund 2.300 E.ON-Mitarbeiter werden in Folge der Entscheidung nicht zu Uniper wechseln.

In der politischen Diskussion komme es jetzt darauf an, die wichtigen offenen Fragen rund um die Beendigung der Kernenergie in Deutschland anzugehen. „Für konstruktive Lösungen sind wir nach wie vor offen. Staat und Unternehmen sind gemeinsam in die friedliche Nutzung der Kernenergie eingestiegen, jetzt müssen beide diesen Weg auch in gemeinsamer Verantwortung zu Ende gehen“, so Teyssen. E.ON werde daher die Arbeit der von der Bundesregierung beschlossenen Kommission zu Kernenergie-Themen in jeder möglichen Weise unterstützen.

E.ON wird sich ab dem kommenden Jahr von Essen aus mit weltweit rund 43.000 Mitarbeitern wie geplant auf Erneuerbare Energien, Netze und Kundenlösungen konzentrieren. Uniper werden zum 1. Januar 2016 die Geschäfte in den Bereichen europäische und internationale Stromerzeugung sowie der globale Energiehandel mit knapp 14.000 Mitarbeitern zugeordnet. Das Unternehmen wird seinen Sitz in Düsseldorf haben. „Den für die Abspaltung vorgesehenen Zeitplan wollen wir weiterhin einhalten. Das ist ambitioniert, aus heutiger Sicht aber machbar“, hob Teyssen hervor.

Finanzvorstand Michael Sen bekräftigte das Ziel, das Rating von E.ON bei BBB+/Baa1 zu halten. Für Uniper bleibe es dabei, dass das neue Unternehmen mit einem soliden Investmentgrade ausgestattet werden solle.

Sen wies darüber hinaus auf die anhaltend niedrigeren Großhandelspreise für Strom und andere Energie sowie die unzureichenden regulatorischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkung auf die erwartete Profitabilität hin. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Ölpreis fast halbiert, der Kohlepreis ist stark verfallen und auch europäische Stromnotierungen markieren Tiefststände. „Dies ist in den langfristigen Preisannahmen, die den größten Einfluss auf die Bewertung haben, zu berücksichtigen. Das hat naturgemäß erhebliche Auswirkungen auf unsere konventionellen Geschäftsfelder“, sagte Sen. Deshalb ergebe sich für das laufende Quartal ein voraussichtlicher Wertberichtigungsbedarf im höheren einstelligen Milliarden-Euro-Bereich. Hierbei handelt es sich zu einem nicht unerheblichen Teil um Abschreibungen von Firmenwerten.

Unabhängig davon verfolge das Unternehmen eine verlässliche Dividenden-Politik. „An unserer Dividende für das laufende Geschäftsjahr ändert sich nichts. Sie wird wie im Vorjahr 50 Cent je Aktie betragen“, betonte Sen.

Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON SE beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.