#onedaywith Frank Scholtka

Howdy, Texas!

Was macht ein Wirtschaftsingenieur in der texanischen Wildnis? Wir haben Frank Scholtka befragt, Team Lead Product and Service Management bei E.ON Climate and Renewables.

„Gehören die zu Star Trek oder Star Wars? Ist aber ohnehin das gleiche, nicht wahr?“, frage ich, nachdem ich einen Blick auf Franks Manschettenknöpfe mit den kleinen Raumschiffen geworfen habe. Er schüttelt grinsend den Kopf. „Das wäre ja so als ob Tomaten- und Orangensaft gleich schmecken. Sind doch beides Säfte!“ Wir lachen beide, das Eis ist gebrochen.

Frank lebt seit einem Jahr in Austin und ist dort für die beiden SAP Module für Plant Maintenance und Materials Management zuständig. Damit sollen die Wartungs – und Instandhaltungsprozesse digitalisiert werden. Übersetzt bedeutet das: Er kümmert sich darum, dass die Windparks störungsfrei laufen. Ausfall- und Wartungszeiten sollen so minimal wie möglich gehalten werden. Dafür sorgt unter anderem die Software, für die er ebenso verantwortlich ist wie für die mehr als 2000 Windenergieanlagen. 

Frank Scholtka

Nachhaltig auf hoher See

Wir treffen Frank während eines Deutschlandaufenthalts in unserer Zentrale in Essen. Vor seinem Job in Amerika hat Frank von Hamburg aus für E.ONs Offshore Windpark Amrumbank West gearbeitet. Danach unterstützte er unsere gesamte Offshoreflotte in Europa, bis er schließlich von Essen aus die Onshoreflotte betreute. Während er seinen Werdegang erzählt, fällt sein Blick aus dem Fenster der Cafeteria. Ein typisch grauer, deutscher Wintermorgen, an dem wir uns heute zum Kaffee verabredet haben. Regnerisches Wetter gehört zu den Dingen, die er nicht vermissen würde. In Texas ist es eigentlich immer warm und sonnig. Im Sommer klettern die Temperaturen sogar über 40 Grad. „Dann gehe ich am liebsten schwimmen, beispielsweise im Barton Springs Pool. Dieser liegt zentral im Zilker Park und wird das ganze Jahr von 20 bis 22 Grad warmen unterirdischen Quellen gespeist.“

frank-talk

Vom All zur Windkraft

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Zurück zu Star Trek. Frank erklärt die Faszination der Serie, weil darin auch eine Antriebsfeder für seinen Beruf steckt. Als Jugendlicher verschlang er sämtliche Folgen sowie die Kinofilme. Ich lerne, dass in Star Trek  unser Planet Erde weitgehend in Ordnung gebracht wurde. Es herrschen keine Konflikte, keine Umweltkatastrophen, weder Hunger noch Armut. Diese Zukunftsvision hat Frank nicht nur als junger Mensch begeistert. Er möchte seinen Beitrag dazu einbringen und empfindet als Ingenieur das Privileg und die Verpflichtung, Lösungen für Probleme zu finden. Inspiriert durch einen Vortrag an seiner Schule entschied er sich Wirtschaftsingenieur zu werden.

Wie kam er zu E.ON? „Das geschah während des Studiums. Ich war in einer Studenteninitiative tätig, die sich mit dem Thema nachhaltige Energien auseinandergesetzt hat. Ich habe Vorlesungen und  Podiumsdiskussionen zum Thema Erneuerbare Energien und Klimawandel moderiert. Dabei entdeckte ich meine Leidenschaft für diesen Bereich. Aus meiner Sicht ist es das zentrale Thema unserer Generation. Wenn nicht wir damit beginnen, was dagegen zu tun, wer dann? Für alle weiteren Generationen werden die Auswirkungen noch gravierender sein.“

Gestaltung als Anreiz

 „Ich habe hier vor fast 5 Jahren als Praktikant im Bereich der Erneuerbaren Energien angefangen, praktische Erfahrungen zu sammeln. Die noch junge Branche bietet enorme Entwicklungspotenziale. Die Energiewende ist enorm spannend und ein dynamisches Entwicklungsfeld, in dem man viel gestalten kann. Sei es die Planung von großen Offshore Windparks oder die Digitalisierung unserer Prozesse.“

Frank Scholtka im Portrait
Alles im Griff: Frank ist im Windpark unterwegs
Auch im Büro findet man Frank öfters

Frank gefällt, dass er in einer so jungen Branche mitwachsen und immer größere Aufgaben übernehmen kann. Ein besonderer Reiz liegt für ihn auch in einer gewissen Unberechenbarkeit der Natur. Nirgendwo sonst ist die Energiegewinnung so stark von Umwelteinflüssen abhängig wie bei den Erneuerbaren. „Die Natur ist einmalig und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Diese Urgewalten! Wenn Dir der Wind oben auf so einem Mast entgegenweht! Oder wenn Du wie in einem Spielzeugboot durch die Wellen geschaukelt wirst. Ich möchte, dass das noch viele Generationen nach uns erleben können. Deshalb ist es umso wichtiger, an Lösungen zu arbeiten, die nachhaltig sind und Ressourcen schonen. Nicht nur im Bereich der Energie. Bei E.ON sind wir auf gutem Weg.“

Er muss nur noch kurz die Welt retten

frank

Und was kommt als nächstes, frage ich. „Jetzt fliege ich erstmal zurück. Zum Arbeiten nach Texas. Nach Feierabend gehe ich gerne eine Runde am Lady Bird Lake joggen oder genieße mit Kollegen etwas Live  Music in meiner Lieblingsbar, dem ‚Blind Pig‘. Schön mit Cowboyhut und Stiefeln, wie sich das gehört.“ Und beruflich? „Ich weiß noch nicht. Da gibt es noch vieles, was mich interessiert. Das Feld der Erneuerbaren bietet so viele Möglichkeiten, so viele Herausforderungen, die es zu lösen gibt. Ich genieße auf jeden Fall, dass ich ein Teil davon bin und freue mich auf die nächste Herausforderung.“

Frank muss also nur noch kurz die Welt retten und dann vielleicht das Universum. Die Manschettenknöpfe dafür besitzt er bereits - und ich einen Hauch Ahnung, worum es in Star Trek geht. 

Anita Fribergh
Autor
Anita Fribergh
Sustainability Manager

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