Plattform für die Energiewende

Die Energiewelt verändert sich, sie wird immer dezentraler mit der Vervielfachung der Netzanschlusspunkte und der weiteren Fragmentierung der Energieeinspeisung. In diesem Zusammenhang wird die Infrastruktur der Energienetze zur Plattform, auf der die Energiewende tatsächlich stattfindet, und es ist erforderlich, eine aktivere Rolle zu übernehmen. E.ON setzt sich daher für den Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem ein, das die Vorteile erneuerbarer Energien optimal nutzt. Unsere Plattform verbindet Verbraucher mit einer stetig wachsenden Zahl von dezentralen Produzenten erneuerbarer Energien und bildet das Rückgrat für eine nachhaltige, CO2-arme Elektromobilität.

Um diese komplexen Energieflüsse zu steuern und gleichzeitig eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, machen wir unsere Netze intelligenter. Die effiziente Anbindung von Kunden und erneuerbaren Energiequellen erfordert den Einsatz von Innovationen und intelligenten Technologien. So helfen uns beispielsweise intelligente Netzelemente, die Kapazität unseres bestehenden Netzes zu erhöhen, um erneuerbare Energien zu integrieren, und zwar zu einem Bruchteil der Kosten für neue Leitungen und größere Transformatoren. Smart Grid-Investitionen werden sicherstellen, dass unser Netz flexibel genug ist, um die Herausforderungen von morgen zu bewältigen.

Wir wollen dazu beitragen, den Energiewandel zu verwirklichen, damit nachhaltige Energie für alle verfügbar ist.

Unsere Netzwerke helfen dabei, die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung 7, 9, und 11 zu erreichen.

SDG 7
SDG 9
SDG 11

Das Rückgrat der neuen Energiewelt

Unsere Energienetze erleichtern die Integration klimafreundlicher erneuerbarer Energien und gehören in den Ländern, in denen wir tätig sind, zu den effizientesten und zuverlässigsten. In Deutschland speisen unsere Netze mehr Strom aus erneuerbaren Quellen ein, als wir insgesamt an Strom an unsere Endkunden liefern. Wir investieren mit Bedacht, indem wir ein Gleichgewicht herstellen zwischen dem Einsatz konventioneller Netztechnologie und dem fortschrittlicher, intelligenter Lösungen. Auf diese Weise können wir den Netzausbau minimieren. Das senkt nicht nur unsere Kosten, sondern reduziert auch die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Grünes Gas

„Power-to-Gas“-Anlagen (P2G) wandeln beispielsweise überschüssigen Strom, der dezentral in Windkraft- und Solaranlagen erzeugt wurde, in „grünes“ Gas um, also in Wasserstoff oder – in einem weiteren Schritt – in synthetisches Methan. Beides kann direkt in die Gasverteilnetze eingespeist werden. P2G-Anlagen haben großes Potenzial: An besonders sonnigen oder windigen Tagen müssen viele Wind- und Solarparks in Deutschland ihre Produktion drosseln und teilweise sogar ganz einstellen, damit das Netz nicht überlastet wird. P2G-Anlagen machen es möglichen diese Anlagen weiterlaufen zu lassen und den überschüssigen Ökostrom in grünes Gas umzuwandeln, das zum Heizen, den Transport und industrielle Prozesse genutzt werden kann. So könnten Deutschland – und Europa – mehr von seiner erneuerbaren Ressource nutzen und gleichzeitig die Abhängigkeit von importiertem Erdgas verringern.

5,4 Milliarden Euro

So viel wollen wir bis Ende 2021 in unsere Strom- und Gasnetze investieren.

36,2 GW

Erzeugungskapazität Erneuerbare Energien, die in Deutschland an unsere Netze angeschlossen sind.

1,1 Millionen km

Gesamtlänge unserer Strom- und Gasnetze, die wir in sieben Ländern betreiben.

24 Millionen

So viele Kunden* versorgen wir über unsere Netze mit Strom und Gas.

*inkl. Kunden in der Slowakei und Türkei

Beispiele unserer Netzwerk-Projekte

Unabhängiges Netz

Etwa einmal im Monat koppeln sich die rund 200 Einwohner von Simris, einem Dorf an der schwedischen Südostküste, vom Stromnetz ab und setzen ausschließlich auf lokal erzeugte erneuerbare Energie. Dabei sorgt ein intelligentes Energiemanagementsystem dafür, dass Produktion und Verbrauch immer im Gleichgewicht sind. Das Projekt ist Teil von InterFlex, einem EU-Programm zur Erforschung von Smart-Grid-Technologien, die Netzbeschränkungen beseitigen und den Ausbau erneuerbarer Energien erleichtern sollen.

Simris
Smart Grid Hub

Smart Grid Hub

Avacon, einer unserer Netzbetreiber in Deutschland, hat einen sogenannten Smart Grid Hub entwickelt. Damit lassen sich ans Netz angeschlossene Anlagen wie Solarpanels oder Batteriespeicher aus der Ferne steuern. Auf diese Weise sorgt der Smart Grid Hub dafür, dass das Netz auch dann stabil bleibt, wenn deutlich zu viel oder zu wenig Energie dezentral erzeugt wird. Dieses Projekt ist auch Teil von InterFlex.

Zwei Länder, ein Netz

Die Integration des tschechischen und des slowakischen Strommarktes fördern – das ist das Ziel des Projekts ACON (Again COnnected Networks). Mithilfe des Projekts sollen Möglichkeiten für den Einsatz von Smart-Grid-Technologien geprüft werden. Außerdem sollen die Netze der beiden Nachbarländer besser mit einander verbunden werden, um die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in den Grenzgebieten zu erhöhen. ACON ist ein sogenanntes „Project of Common Interest“, das im Rahmen des Programms „Connecting Europe Facility“ gefördert wird.

Zwei Länder, ein Netz
Bayernwerk

Lokal erzeugte erneuerbare Energie sichtbar machen

Das Bayernwerk, unser regionaler Verteilnetzbetreiber in Süddeutschland, hat 2018 den sogenannten Energiemonitor eingeführt. Dieses Online-Dashboard zeigt die erzeugte erneuerbare Energie und den Energieverbrauch einer Gemeinde in Echtzeit an. Das schafft Transparenz und ermöglicht es den Entscheidungsträgern der Gemeinde, gezielt Maßnahmen zur Förderung der Energiewende zu ergreifen und deren Fortschritte zu überwachen.

Energiewende unter der Erde

In all unseren Netzgebieten schreitet die Energiewende immer weiter voran. Diese Entwicklung ist nur mit einem kontinuierlichen Ausbau der Verteilnetze möglich. Deshalb baut unsere Tochtergesellschaft E.DIS Netz beispielsweise ihr Netz bei Fläming in Brandenburg aus. Durch Kabel, die auf einer Strecke von 27 Kilometern unterirdisch verlegt werden, schafft E.DIS Netz eine Übertragungsleistung von etwa 400 MW für erneuerbaren Strom.

Energiewende unter der Erde
Avacon Netz

Überschüssigen grünen Strom nutzen

In vielen unserer Netzgebiete in Deutschland kommt es heute schon vor, dass mehr grüne Energie erzeugt wird, als Betriebe und Haushalte vor Ort verbrauchen können. Damit der CO2-freie Strom in ganz Deutschland genutzt werden kann, sammeln unsere Netze den Strom und leiten ihn an das Übertragungsnetz weiter. Um die Energiewende in der Region Bremen in den kommenden Jahrzehnten zu ermöglichen, errichtet die Avacon Netz dort aktuell ein neues Umspannwerk. Das Umspannwerk wird ab 2021 rund 100 MW zusätzliche Leistung zur Verfügung stellen, um Grünstrom aufzunehmen.

Neue Standards setzen

Das Energiesystem der Zukunft erfordert eine Energieinfrastruktur, die vernetzt ist und sich gut beobachten und steuern lässt. Ein zentraler Baustein des digitalisierten Stromnetzes ist die intelligente Ortsnetzstation. Sie liefert kontinuierlich Daten an unser Netzleitsystem und ist in Echtzeit steuerbar. Diese Technologie machen wir nun in all unseren deutschen Netzen zum Standard: Allein im Versorgungsgebiet des Bayernwerks werden wir in Zukunft jedes Jahr rund 1.000 dieser Stationen neu installieren.

Ortsnetzstation
P2G unit

Grünes Gas aus grünem Strom

Um das Klima zu schützen, muss neben der Stromversorgung auch die Gasversorgung CO2-neutral werden. Unter dem Namen „Grünes Gas aus grünem Strom“ treibt eine neue Initiative von E.ON die Reduzierung von CO2 bei Wärme, Verkehr und Industrie voran. Im Rahmen verschiedener Projekte entwickeln und erproben unsere deutschen Regionalversorger die Verknüpfung unterschiedlicher Technologien zur regenerativen Energieerzeugung, -umwandlung, -speicherung sowie -verteilung. Ein Beispiel hierfür sind Power-to-Gas Anlagen. In Brunsbüttel schließen wir 2019 unsere erste Power-to-Gas-Anlage an das Gasnetz der Schleswig-Holstein-Netz an.

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