„Ich wollte immer einen Arbeitgeber, mit dem ich mich identifizieren kann“

Marisa Braun-Besser

Marisa Braun-Besser ist Vision Expert im Corporate Office

Marisa, du kommst ursprünglich aus Berlin, bist also eine Berliner „Göre“. Was sind für dich die größten Unterschiede zwischen Essen und Berlin? Was gefällt dir – was gefällt dir nicht?

Ich bin tatsächlich gebürtige Berlinerin, im Brennpunkt Bezirk Neukölln aufgewachsen. Von daher lässt sich die Berliner Schnauze nicht abstreiten (lacht). Berlin und der Ruhrpott haben gemeinsam, dass die Menschen sehr direkt sind. Ich finde das total liebenswürdig, weil man sehr schnell weiß woran man ist. Der größte Unterschied, den ich festgestellt habe, ist, dass die Leute im Ruhrpott viel offener sind. Man geht zum Bäcker und fängt einfach an zu quatschen. In Berlin ist das anders, immer so typisch Großstadt. Sehr viel Stress und Hektik. Alle sind „busy“, rennen rum und haben Zeit für nichts. 

Fühlt sich E.ON so international wie Berlin an?

Ja, also ich würde nicht in Essen wohnen, wenn ich nicht bei E.ON wäre. Hier im Headquarter ist es schon sehr international, gerade für ein deutsches Dax 30-Unternehmen. Berlin bleibt aber für mich noch extremer und ein wenig verrückter. Ob man das immer braucht, ist eine andere Frage.

Erzähl uns doch mal ein bisschen was von dir – abgesehen von Berlin. Wer oder was bist du?

Ich habe eine sehr enge Beziehung zu meinem Vater, meine Mutter ist bereits verstorben. Ich glaube das, was mich auszeichnet, sind meine sehr guten und sehr langen Freundschaften. Ich bin in meinem Leben schon viel umgezogen, habe Städte gewechselt, im Ausland gelebt und trotzdem habe ich in jedem Lebensabschnitt neue Freunde gewonnen, die bis heute noch an meiner Seite sind. Zusätzlich macht mich aus, dass ich eine sehr offene, direkte Persönlichkeit bin und viele Witze mache.

Wie und als was hast du bei E.ON angefangen?

Also vielleicht kurz, warum ich zu E.ON gegangen bin. Ich habe im Bachelor BWL und im Master BWL mit Schwerpunkt Personal studiert und hab‘ relativ früh für mich festgestellt, dass ich gerne ein Trainee Programm machen würde. Als ich gerade im Master in Edinburgh in Schottland war, habe ich mich online informiert welche Programme es auf dem Markt so gibt. Ich habe einen relativ stabilen Wertekompass – so will ich das mal nennen. Deshalb war es mir schon immer sehr wichtig, dass ich einen Arbeitgeber finde, mit dem ich mich identifizieren kann, vor allem mit seinem Produkt. Ich sag immer salopp: Lippenstifte sind für mich irgendwie kein Lebensinhalt. Dann habe ich damals E.ON gefunden. Bei einem Unternehmen für Erneuerbare Energien zu arbeiten, das die Nachhaltigkeit weiter vorantreibt und grüne Energielösungen anbietet, hat mich wirklich gereizt – und dann hab‘ ich mich für das Trainee Programm mit dem Schwerpunkt international HR beworben. Das hat auch dann geklappt. Gott sei Dank!

Solarmodule

Welche Erfahrungen bei E.ON waren bisher die wichtigsten?

Was ich an E.ON total cool finde und was ich richtig doll schätze: E.ON ist wirklich international. Das hätte ich vorher nicht gedacht! Wenn ein internationaler Kollege in einem Meeting dabei ist, gibt es überhaupt nicht diese Diskussion welche Sprache gesprochen wird. Es ist ganz klar, sobald ein Kollege dabei ist, der kein Deutsch spricht, wird natürlich Englisch gesprochen. 

Marisa Braun-Besser

Jetzt mal weg von uns, die schon bei E.ON sind: Was sind denn deine drei Tipps für zukünftige Kollegen, die sich auf einen Job bei E.ON bewerben?

Einfach sie selbst sein. Als ich mich damals auf das Trainee Programm beworben habe, habe ich natürlich auch andere Assessment Center oder Bewerbungsverfahren durchlaufen. Und bei einigen Unternehmen war es schon so, dass ich einem gewissen Typ Mensch begegnet bin. Ich dachte immer, dass man die Ellenbogen ausfahren und vielleicht ganz professionell wirken muss. Aber ich bin eben wie ich bin und entweder, das Unternehmen nimmt mich als Person oder es passt sowieso nicht. Als ich mich bei E.ON beworben habe, war es anders - ich hatte das Gefühl, dass ich einfach ich selbst sein konnte und bekam schließlich den Job, weil sie mich so mochten, wie ich war. Für mich hat sich dieser Ansatz definitiv bewährt.

 Zweitens sollte man Internationalität mögen. Dann ist man hier sehr gut aufgehoben.

Drittens sollte man über seine Rolle hinaus nicht den Blick über den Tellerrand vernachlässigen.

Erzähl uns doch mal etwas, was nicht in deinem Lebenslauf steht. Gibt es da etwas? Irgendeine Leiche im Keller?

(Lacht) Also, ich hab‘ mal angefangen Jura zu studieren. Aber dann dachte ich so nach drei Monaten: Why? (lacht) und hab dann einfach aufgehört. Eigentlich wollte ich immer Politik studieren, ich habe mich aber irgendwie nicht getraut und hab dann BWL studiert. Aber vielleicht studiere ich irgendwann nochmal Politik. 

Wie entwickelst du deine Fähigkeiten weiter? Hast du da Taktiken, Strategien, um nicht stehen zu bleiben?

Also was ich aus dem Trainee Programm einfach mitgenommen habe, ist die Bereitschaft mich zu verändern. Ich glaube die ist auch schon vorher da gewesen, aber im Traineeprogramm verändert man sich sehr oft und ich finde das sehr positiv. Und das habe ich davon total mitgenommen. Mir ist es auch wichtig, von anderen Kollegen zu lernen. Von meiner Chefin habe ich viel gelernt, was den Umgang mit dem Konzern angeht. Umgang mit verschiedenen Stakeholdern, wer wo hingehört - diesen Meta-Blick zu haben auf die ganze Gruppe.

Dann habe ich viel mit Innogy Kollegen zusammengearbeitet, die zum Beispiel sehr stark im Projektmanagement ausgebildet sind. Von den Kollegen habe ich viel über Teamorganisation gelernt – Vorbereitung, Nachbereitung, Struktur in Projekte bringen und Pläne aufstellen. Darüber hinaus habe ich das Glück durch meine vielen Schnittstellen Kollegen zu finden, die ich für gewisse Dinge bewundere, wie sie arbeiten, wie sie auftreten. Hier versuche ich mir etwas abzuschauen und zu reflektieren, was ich gut finde und für mich selbst umsetzen kann. 

quote icon

Was macht dir an deinem Job besonders viel Spaß? Und was vielleicht weniger?

Top sind alle meine Kollegen. Ich habe auch mit sehr vielen Kollegen aus unterschiedlichen Teams und Bereichen zu tun und genieße das sehr. Anstrengend ist manchmal, dass man in so einem globalgalaktischen Team immer viel auf die strategischen Entscheidungen von Kollegen warten muss. 

Wenn du mit deinem zwei Jahre jüngeren Ich sprechen könntest, was würdest du diesem sagen/ raten?

Vertrau deinem Bauchgefühl und such‘ dir immer Menschen/Aufgaben, die dir Energie geben.

Wenn dein Leben verfilmt würde, welche Schauspielerin würde dich denn spielen?

Puh, die erste, die mir einfällt, ich soll ja spontan antworten, ist Meryl Streep. Aber die ist gefühlt 70 Jahre älter (lacht). Und sonst würde mir noch Nora Tschirner einfallen. Beide sind sehr selbstständige, selbstbewusste Frauen, die für ihre eigene Meinung einstehen und ich glaube, dass sie nicht alles mit sich machen lassen und das trifft es ganz gut. 

Abschließende Frage. Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Für meine Familie, für mein Studium und für meine Selbstständigkeit.

Marisa, Danke, Thanks, Merci, Gracias, und bedankt – internationaler kann ich gerade nicht.