Tankeschön, Sonne!

Der Faktencheck zur Solarenergie

Rainer Stenzenberger
Autor
Rainer Stenzenberger
Digitale Kommunikation und Social Media

Ein Lichtstrahl benötigt acht Minuten, um von ihr zur Erde zu gelangen. In drei Stunden produziert sie so viel Energie, wie wir in einem Jahr auf der Erde verbrauchen. Und wer ihr vom Merkur aus zu nahe kommt, benötigt Lichtschutzfaktor 10.000. 

Wir reden natürlich von der Sonne. Quell des Lebens und galaktisches Kraftwerk, das uns nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht. Was machen wir daraus? Wie weit ist die Nutzung solarer Energie und was können wir tun, wenn sie nicht scheint? Diese und andere Fragen, die uns regelmäßig auf Social Media erreichen, beantworten wir in unserem kurzen Faktencheck.

"Solarthermie oder Photovoltaik - was ist besser?"

Weder noch. Es handelt sich um zwei Techniken, die die Kraft der Sonne auf verschiedene Art und Weise nutzen. Im Falle der Solarthermie wird Wärme oder warmes Wasser und bei der Photovoltaik Strom erzeugt.

Die Nutzung der Solarthermie geht bis in die Antike zurück, als beispielsweise Hohlspiegel entsprechend auf die Sonne ausgerichtet wurden, um die Häuser in der kühlen Jahreszeit zu heizen. Seit mehr als hundert Jahren wird die Solarthermie rund um das Mittelmeer genutzt, um mittels Sonnenkollektoren warmes Wasser zu erzeugen. Diese  Technik gilt als robust und preiswert und hat sich weltweit schon lange durchgesetzt.

Bild: Wikicommons, RaBoe
Solarthermie oder Photovoltaik?

Die Photovoltaik (PV) nutzt eine deutlich anspruchsvollere Technik, bei der die Strahlung der Sonne in Strom umgewandelt wird. So unscheinbar eine Solarzelle aussieht, so viel moderne Technik steckt tatsächlich im Innenleben. Zahlreiche dünne Schichten aus unterschiedlichen Materialien interagieren miteinander, um Strom zu erzeugen. Ihre höchste Ausbeute erreichen PV-Anlagen nicht im Hochsommer, sondern im Frühjahr, da der Wirkungsgrad bei mittleren Temperaturen am höchsten ist.

Fazit: Zwei Seiten derselben Medaille – was für den einzelnen Verbraucher besser ist, hängt von den örtlichen und persönlichen Gegebenheiten ab. In Deutschland findet man mehr PV-Anlagen zur Stromerzeugung, in südlichen Ländern mehr Sonnenkollektoren, um Wasser oder Räume zu erwärmen.

„Und wenn die Sonne nicht scheint, brauchen wir Kerzen?“


Wenn Sie ein Date haben: Unbedingt! Ansonsten gibt es inzwischen effiziente Lösungen für die Zeit ohne Sonne. Dazu gleich mehr.

PV-Anlagen arbeiten mit Licht und benötigen nicht zwingend den ungestörten Kontakt zur Sonne. Natürlich ist die Ausbeute bei direkter Sonneneinstrahlung höher, aber auch bei Bewölkung liefert die Anlage ausreichend Strom.

Nachts dringt so wenig Licht durch, dass die Anlage keinen Strom mehr produziert. Ein Engpass, der sich im Vergleich zu anderen Energieerzeugungsarten nicht wegdiskutieren lässt. Seit einiger Zeit gibt es Abhilfe: Speicherlösungen vor allem für den Privatgebrauch wie den AURA Speicher. Hier handelt es sich letztlich um eine große, leistungsfähige Batterie, die den tagsüber erzeugten Strom speichert, um ihn beispielsweise nachts nutzen zu können. Damit kann der Eigenverbrauchsanteil des Solarstroms von 30 Prozent auf 70 Prozent gesteigert werden.

Fazit: Solaranlagen lieben die Sonne. Eine mehrwöchige Dunkelheit wie am Nordkap würden sie nicht mögen. Doch in unseren Breiten versorgt uns die Sonne regelmäßig mit ausreichend Licht – oft so viel, dass die tagsüber erzeugte, überschüssige Energie in modernen Batterien gespeichert werden kann.  

Dank neuer Speichertechnologien kann Solarstrom auch nachts genutzt werden

„Ich bin kein Handwerker – blamiere ich mich bei der Instandhaltung?“

Solaranlagen werden so konzipiert und angebracht, dass sie über einen längeren Zeitraum wartungsfrei Energie erzeugen. Es gibt keine beweglichen Teile und die Materialien sind witterungsresistent.

Die Leistung einer Anlage wird permanent überwacht, Probleme frühzeitig erkannt. Typischerweise laufen die Anlagen störungsfrei. Die Anlage sollte regelmäßig gereinigt werden, damit ein Maximum an Energieausbeute erreicht wird.

Fazit: Nach der Installation einer Anlage fallen kaum Wartungsarbeiten an.

Solaranlagen sind praktisch wartungsfrei

„Brauche ich eine Genehmigung für die Solaranlage, mit vier Durchschlägen fürs Amt?“

In der Regel können Solaranlagen ohne Baugenehmigung gebaut werden

Höchstwahrscheinlich nicht – es gibt jedoch Ausnahmen. Der Bau einer herkömmlichen Solaranlage auf dem Dach ist grundsätzlich genehmigungsfrei. Sollte die Anlage baulich von den üblichen Standards abweichen, könnte eine Genehmigung erforderlich sein.

Beispiele hierfür:

  • Fassadenanlagen, die aus der Gebäudehülle herausragen
  • Besonders große oder hohe Anlagen/Häuser
  • Öffentliche oder denkmalgeschützteGebäude
  • Überkopfanlagen

Fazit: Es ist ratsam, sich vor dem Bau der Anlage beim Bauamt oder dem örtlichen Installateur zu erkundigen. Erste Infos liefern die jeweiligen Landesbauordnungen.

„Kann ich mir eine Photovoltaikanlage überhaupt leisten?“

Der Preis einer Anlage hängt von vielen Faktoren wie Größe, Verbrauchsrate, aktueller Strompreis oder dem Ort ab. Einfache Daumenregel: Derzeit bezahlen Privatkunden laut Bundesverband Solarwirtschaft rund 1400 Euro pro Kilowatt Spitzenleistung (kWp).

Eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus kostet daher nach Leistung (3-10 kWp), Größe und Anbieter typischerweise zwischen 4500 und 14000 Euro. Für Versicherung, Wartung etc. werden jährlich etwa ein bis zwei Prozent der Investitionskosten angesetzt. Bei Eigenverbrauchsanlagen kommen die Kosten für den Speicher hinzu. Je nach Kapazität beginnen die Preise bei etwa 4500 Euro. Der AURA Speicher von E.ON ist inklusive einer PV-Anlage ab 9799 Euro zu bekommen. Nach rund zwölf Jahren hat sich die Anlage im Normalfall amortisiert. Den voraussichtlichen Jahresertrag Ihrer Anlage können Sie übrigens - dank unserer Kooperation mit Google’s Sunroof - direkt bei uns errechnen lassen.

Sunroof errechnet den voraussichtlichen Ertrag Ihrer Solaranlage

Fazit: Eine umweltfreundliche Energieerzeugung gibt es nicht zum Nulltarif. Es dauert jedoch nicht allzu lange, bis eine PV-Anlage ihre Kosten wieder eingespielt hat. Solarenergie überzeugt damit doppelt: Ökologisch und ökonomisch.

„Solarenergie kann ich als Mieter doch gar nicht nutzen, oder?“

Früher war das tatsächlich so. Solarenergie fand überwiegend als PV-Anlage auf den Dächern von kleinen und mittelgroßen Häusern statt und wurde vor allem von den Eigentümern genutzt. Mieter von großen Wohnanlagen verfügten nicht über die Möglichkeit, gezielt Solarstrom zu beziehen.

Intelligente Netze, dezentrale Energieerzeugung und moderne Speicherlösungen haben inzwischen zu einer sehr viel flexibleren Nutzung von Solarenergie geführt – sogar nachts. E.ON bietet Strom zu 100% garantiert aus Sonnenenergie an. Auch, wenn Sie beispielsweise in einem großen Mietshaus leben, das selbst über keine PV-Anlage verfügt.

Darüber hinaus gibt es für die Produzenten von Solarstrom wie die eingangs erwähnten Eigenheimbesitzer, die Möglichkeit den Solarstrom überall hin mitzunehmen. Ähnlich wie bei großen Datenmengen im Internet heißt hier das Zauberwort „Cloud“. Cloudlösungen, die nach demselben Prinzip funktionieren wie Datencluster, ermöglichen dem Solarstromproduzenten, orts- und zeitunabhängig seine umweltfreundlich erzeugte Energie zu nutzen.

Fazit: Sie müssen auf Solarstrom nicht verzichten. Weder in Ihrer Mietwohnung noch bei Nacht. Und als Produzent können Sie Ihren Sonnenstrom sogar mit in den Urlaub nehmen.

100% Solarenergie nutzen. Das kann jetzt jeder!
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