Erneuerbare Energie mal ganz anders

Was haben Körperwärme, Schokolade und Quallen gemeinsam? Etwa irgendetwas mit Energie? Wir klären auf!

Körperwärme

Obwohl Skandinavien nicht unbedingt für seine Wärme bekannt ist, überrascht uns Stockholm mit einer heißen Idee. Denn die Schweden gewinnen mittels Körperwärme Energie. Stockholms Bahnhof ist mit täglich 250.000 Passagieren Skandinaviens größter Verkehrsknotenpunkt und ideal für die folgende Idee:

Das Lüftungssystem des Bahnhofes fängt die von den Besuchern erzeugte Wärme auf. Diese Wärme erhitzt Wasser in unterirdischen Tanks und wärmt so die Bürogebäude in der Nachbarschaft.

Auf eine ganz ähnliche Idee wie die Stockholmer sind auch die Briten gekommen. Wie wir wissen, regnet es in Großbritannien praktisch rund um die Uhr. Den Wetterbericht anschauen? Das kann man sich eigentlich sparen. Allerdings gibt es Hoffnung. Falls Sie je in der U-Bahn in London waren, kennen Sie das: es ist warm, sehr warm. Der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson hat angekündigt, dass die überflüssige Wärme der U-Bahn-Tunnel in die Haushalte Londons weitergeleitet wird. Das nennen wir eine echte Win-win-Situation!

Schokolade

Bei Liebeskummer gibt es nichts Besseres als eine Tafel Schokolade. Doch Schokolade hilft nicht nur bei einer Trennung, sondern kann auch Energie produzieren. Indem man die Reste der Schokoladenherstellung an E-Coli-Bakterien füttert, ist es möglich Kraftstoff zu produzieren. Die Bakterien erzeugen durch ihre Verdauung einen der saubersten Kraftstoffe: Wasserstoff. Auch das Fett der Schokolade kann durch einen chemischen Prozess in Bio-Kraftstoff umgewandelt werden, welcher als Benzinzusatz Kraftfahrzeugemissionen vermindert.

Quallen

Sie fragen sich nun sicher: Was hat so ein kleines Geschöpf mit erneuerbarer Energie zu tun? Quallen, die im Dunklen leuchten, sind nicht nur cool, sondern enthalten auch Inhaltsstoffe, die Strom erzeugen. Sie produzieren nämlich durch grün fluoreszierendem Protein (GFP) Licht. 

Der schwedische Wissenschaftler Zackary Chiragwandi fand heraus, wie wir davon profitieren können. Wenn man GFP auf Aluminiumelektroden gibt und dieses unter ultraviolettem Licht platziert, wird Strom erzeugt. Allerdings ist die durch diese Methode gewonnene Energie gering und wird für Nanogeräte wie Diagnostik-Instrumente benutzt.

Wer hätte gedacht, dass Quallen so nützlich sein können?

Enten-Power

Auch mithilfe von Enten lässt sich Energie erzeugen. Moment… Enten? Ja, denn in Kopenhagen wurde vor kurzem die „Energie-Ente“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Kunstprojekt in Form einer riesigen Ente. Sie ist aus speziellen Photovoltaik-Platten gebaut und durch ihre Form eignet sie sich zur Gewinnung von Solarenergie.

Erneuerbare Energie kann viele Formen annehmen

people-wind

Von allen neuen gebauten Kraftwerken in der EU waren im Jahre 2016 über 80 Prozent Anlagen aus Erneuerbaren Energien. Darunter sind die klassischen Quellen wie Wind und Solar am meisten vertreten.

Hannah J McSherry
Autorin
Hannah J McSherry
Digitale Kommunikation und Social Media

Das könnte Sie auch interessieren