Dabei geht der Bericht insbesondere auf die drei Bereiche Stromerzeugung, (Wohn-) Gebäude und Personenverkehr ein, die laut der Studie rund 60 Prozent der energiebezogenen Emissionen verursachen. Wenn nur in diesen Bereichen die Klimaschutzmaßnahmen deutlich beschleunigt würden, könnte schon viel erreicht werden. Nach Meinung von Climate Action Tracker müsste dafür allerdings das Ziel erreicht werden, diese drei Sektoren bis 2050 ausschließlich mit CO2-freier Energie zu versorgen.

Ein wesentlicher Schritt zur Entkarbonisierung der Stromerzeugung ist der Ausstieg aus der Kohle. Bis Mitte 2018 haben zehn von 28 EU-Mitgliedstaaten, die 26% der EU-Kohlekapazität ausmachen, bereits Ausstiegsziele für 2030 festgelegt. Laut der Studie bedeutet der Kohleausstieg auch große Chancen für den Arbeitsmarkt. So würde das 1,5°C-kompatible Szenario des Pariser Abkommens zwischen 2020 und 2030 allein im Stromsektor durchschnittlich rund 350.000 direktere Arbeitsplätze insbesondere bei Wind- und Solarenergie schaffen – attraktive Aussichten. Und eine Bestätigung für uns, auch weiterhin in ganz verschiedenen Projekten maßgeblich an der Weiterentwicklung und dem Ausbau dieser Bereiche teilzuhaben.

Der zweite wichtige Bereich ist der Gebäudesektor und damit einhergehend eine Steigerung der Renovierungsrate des Gebäudesektors von derzeit 1% auf idealerweise rund 5%, wobei der CO2 Ausstoß pro Quadratmeter um 75% bis 100% sinkt. Zusammen mit der Elektrifizierung und dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen für die Raumheizung und -kühlung sowie deren Ersatz durch erneuerbare Energien würde dies zu einer nahezu vollständigen Entkarbonisierung des Sektors führen. Dafür bedarf es komplexer Energie- und Städtelösungen, intelligente Netze, aber auch die Bereitschaft, Grenzen zu überwinden, um beispielsweise Wärmeverlust zu reduzieren und Restwärme zu verwenden. Die Konzepte und Lösungen gibt es bereits.

Und auch hier könnten interessante Nebeneffekte entstehen: Neben der Verbesserung der Lebensqualität würden die Verbesserung der Effizienz und der Ersatz fossiler Brennstoffe für Heizzwecke die Energieabhängigkeit in der EU durch Reduzierung der Gasimporte merklich verringern. Gleichzeitig würde die Luftqualität deutlich gesteigert.

Der dritte wichtige Punkt ist die CO2-freie Mobilität, die einhergehen muss mit einer Steigerung des öffentlichen Verkehrs auf einen Wert, den derzeit die Spitzenländer Tschechien und Österreich aufweisen. Auch im Verkehrssektor würde die Entkarbonisierung die Abhängigkeit von Energieimporten erheblich verringern und deutlich zur Verringerung der Luft- und Lärmbelastung beitragen.

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