Es geht abwärts

Nächster Halt: Ostbahnhof

Wir befinden uns in der Berliner S-Bahn, auf dem Weg in die Kanalisation.

Mit uns meine ich Musa, meinen Praktikanten, und mich. Musa ist übrigens ein wahres Genie bei den Dreharbeiten und der Postproduktion. Gemeinsam wurden wir vom City Energy Solutions Team eingeladen, in die Kanalisation Berlins zu steigen, um die neueste Installation für erneuerbare Energien zu filmen.

Hierbei handelt es sich um ein Projekt, bei dem Abfall in Wärme umgewandelt wird. Dazu wird ein Wärmetauscher in die über 100 Jahre alten Abwasserkanäle eingebaut. Anschließend wird die entstandene Wärme direkt in das neue Gebäude über uns eingespeist

(K)ein Unterfangen für einen regnerischen Tag

Dies ist bereits unser zweiter Versuch, in die Kanalisation zu gelangen. Bei unserem ersten Termin war das Wasser über einen Meter tief und damit zu hoch, um hinunter steigen zu können. Aber inzwischen hat sich das Wetter gebessert und der Wasserspiegel in der Kanalisation ist gesunken.

Zum zweiten Mal rüsteten wir uns nun also für den Abstieg in die stinkenden Tiefen Berlins.

War der Geruch wirklich so schlimm?

Nein, so schlimm war es dann doch nicht! Natürlich war es nicht gerade angenehm aber die Luft war erträglich und wir brauchten keine Masken. Unsere Sicherheitsausrüstung bestand aus blauen Stoffschutzanzügen, weißen Helmen und großen gelben Überziehschuhen, auch Galoschen genannt.

Um unsere Telefone und Kameras in die Kanalisation zu bekommen, wurde uns ein Eimer gereicht, der später mit einem Seil und einem Haken den Schacht heruntergelassen wurde. Ein schwieriges Unterfangen

Kein Abstieg für schwache Nerven

Der Abstieg in die Kanalisation über einen Gulli war jedoch weitaus schwieriger. Zunächst steigt man eine Leiter hinunter. Diese endet jedoch bereits nach wenigen Stufen. Danach gibt es nur noch Löchern in der Wand, in denen man seine Füße abstellen muss. Stufe für Stufe gelangen wir so vorsichtig nach unten. Schließlich haben wir es bis in den Ziegelkanal geschafft.

Dort mussten wir zunächst über den Wärmetauscher hinweg laufen, da dieser direkt auf dem Kanalboden stand. Von der Anlage gehen links und rechts Rohre ab, das Abwasser fließt durch die Mitte. Die Niedertemperaturwärme des Abwassers wird dann den ganzen Weg durch die Anlage bis zum Gebäude gepumpt. Eine Entfernung von etwa 200 Metern. Wir sind das Gebäude vollständig abgeschritten, haben jede einzelne Zuleitung untersucht, viele Fragen gestellt und spannende Antworten von unserem Bauleiter mit freundlichem süddeutschen Akzent bekommen.

Energiewende in den Städten

In der dunklen und feuchten Kanalisation wurde uns nochmal klar, dass die Kollegen und Kolleginnen, die dort unten arbeiten, unsere wahren Helden und Heldinnen sind. Sie machen die Energiewende in den Städten erst möglich. Die energetischen Lösungen werden heutzutage immer ausgefallener und futuristischer.

Sie sind oft recht simple Technologien, die jedoch einen neuen Raum an Möglichkeiten für erneuerbaren Energien erschließen. Die Wärmetauscher in der Kanalisation ermöglichen so beispielsweise erneuerbare und wiederverwertbare Heizungs- und Kühlsysteme für das neue Gebäude, in dem Büro- und Einzelhandelsflächen für das deutsche Modeunternehmen Zalando entstehen

Dies war eine einmalige Gelegenheit. Ich bin allen im City-Energy-Solutions-Team dankbar, die uns an diesem Projekt beteiligt haben. 

Weitere Informationen über unsere City Energy Solutions finden Sie hier

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