In mancherlei Hinsicht hat COVID-19 dabei möglicherweise ein Grundgefühl bestärkt, das in der Gesellschaft bereits vorhanden war. Obwohl uns das Virus dazu zwingt, mehr körperliche Distanz zu wahren als je zuvor, empfinden wir auf der menschlichen Ebene jetzt eine größere Nähe zueinander.

Wenn engere Bindungen an unser lokales Umfeld ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl fördern, sind sie dann vielleicht auch die Lösung für eine nachhaltigere Energiezukunft?

Keine Online-Zeit für Energieversorger

Angefangen bei Greta Thunbergs Bild auf sämtlichen Titelblättern der internationalen Presse bis hin zu den endlosen Versprechen von Staaten und Unternehmen, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, scheint das Thema Nachhaltigkeit häufig die Nachrichten zu dominieren. Man könnte also annehmen, dass die Verbraucher in dieser Hinsicht bereits stark engagiert sind. Dies ist jedoch nicht unbedingt der Fall. Obwohl ein starkes Interesse am Thema vorhanden ist, wird dieses selten in die Tat umgesetzt.

Die Anzahl der Haushalte, die sich der Nutzung grüner Energie verschrieben haben, steigt nicht so schnell wie erwartet. Einige Verbraucher zögern, weil es grundlegende Missverständnisse über die Technologien zur Erzeugung sauberen Stroms gibt. Ist grüne Energie verlässlich? Werden bei mir im Haus die Lichter ausgehen, wenn die Sonne nicht scheint? Ist die jeweilige Energiequelle auch wirklich nachhaltig? Andere wiederum sind besorgt über extrem hohe Kosten bei der Umstellung auf regenerative Energiequellen.

Obwohl sich die große gesellschaftliche Mehrheit nicht aktiv gegen grüne Energie entschieden hat, ist sie aber nicht so positiv auf das Thema eingestellt, dass sie sich darauf einlässt. Durchschnittsverbraucher tauschen sich lediglich acht Minuten im Jahr online mit ihren Energieversorgern aus. Könnte der Wechsel hin zu grüner Energie somit eher ein Problem der Kundeneinbindung sein als ein umwelttechnisches?

Gute Nachbarn sind viel wert!

Elderly lady by window

Was wäre, wenn Nachbarn, die einander ohnehin häufig schon in vielerlei Hinsicht aushelfen und in enger Nachbarschaft zusammenleben, sich auch bei der Energieversorgung zusammenschließen?

Es gibt bereits einige erfolgreiche und gut funktionierende Kleinstnetze (sogenannte Microgrids) aus Haushalten und Unternehmen, die in ein kleineres, dezentrales System einspeisen, welches autark oder im Zusammenwirken mit dem Hauptnetz betrieben wird. Wir stellen uns der Frage, ob dezentrale Systeme dieser Art längerfristig zum Standard werden können.

Das E.ON Innovationsprojekt PowerZone ist ein leicht verständliches Beispiel für ganze Viertel, in denen alle Stromabnehmer bzw. -erzeuger innerhalb eines Vier-Kilometer-Radius entsprechend vernetzt sind. Die lokalen ‚Prosumer‘ (Verbraucher, die auch Strom erzeugen, z.B. mithilfe von Solarmodulen) teilen Strom mit den Nachbarn oder speisen ihn in das Hauptnetz ein. Die Anwohner können somit örtlich produzierten Strom oder Elektrizität aus dem Verteilnetz beziehen und eine sichere Stromversorgung ist gewährleistet.

Dieses Modell bietet zahlreiche Vorteile. Je mehr Prosumer es in einer bestimmten Gegend gibt, desto unabhängiger wird die örtliche Gemeinschaft vom Hauptnetz und desto mehr profitieren alle Teilnehmer von ermäßigten Strompreisen. Des Weiteren gibt es für die PowerZone-Teilnehmer ein Anreizsystem: Prosumer und Verbraucher erhalten für die Einspeisung von Strom in das lokale Netz bzw. für den Verbrauch von lokal produziertem Strom Punkte, die sie für andere Produkte einlösen können.

Vor allem fußt das gesamte System auf die Einbindung der örtlichen Gemeinschaft: Während sich einzelne Teilnehmer anonymisieren lassen, erhalten alle Teilnehmer und die Gemeinschaft insgesamt genaue Informationen mitsamt Visualisierungen über ihr Nutzungsverhalten. Dies motiviert nicht nur weitere Mitglieder der Gemeinschaft zu investieren und zu Prosumern zu werden, es wird damit auch die Diskussion zum Thema nachhaltige Energieversorgung angeregt.

Und es eröffnen sich weitere vielversprechende Möglichkeiten: Demnächst könnten Smart Homes an das lokale, nachhaltige Netz angeschlossen werden, um so zu gewährleisten, dass Fahrzeuge nur dann aufgeladen werden und die Geschirrspülmaschine nur dann läuft, wenn zu Zeiten niedrigen Bedarfs ausreichend lokal produzierte grüne Energie zur Verfügung steht.

Wenn sich die Versorgung mit Strom aus regenerativen Quellen zukünftig stärker auf die kommunale Ebene verlagert, können wir nicht nur unsere Zukunft nachhaltiger gestalten, sondern, und das ist ebenso wichtig, innerhalb der örtlichen Gemeinschaften und Stadtviertel neue Impulse für die Wahrnehmung und das Engagement mit dem des Thema setzen.

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