Wie nahe sind wir also dran, die Wärme, die wir alle ausstrahlen, erfolgreich zu nutzen? Könnte unser Körper eines Tages eine unendliche Quelle kostengünstiger Energie sein - ähnlich wie die Millionen menschlicher Batterien, die von bösen Maschinen im Film „Matrix“ versklavt werden? Oder ist die Realität dann doch etwas komplizierter? 

Die menschliche Batterie

Der durchschnittliche menschliche Körper produziert im Ruhezustand etwa 100 Watt Leistung und erreicht während des Trainings 300-400 Watt. Das entspricht 2.000 kcal, die an einem Tag verbraucht werden, oder einem Outdoor-LED-Flutlicht, das 24 Stunden lang eingeschaltet bleibt.

Wir verwenden den größten Teil dieser Energie für lebenswichtige Funktionen wie Herzschlag, Muskelbewegung und Verdauung. Ähnlich wie beim Scheinwerfer werden 80 Prozent davon als Wärme erzeugt - ein Großteil davon wird durch die Haut „verschwendet“.

Viele Forscher haben davon geträumt, diese Verschwendung anzuzapfen, und es hat einige aufregende Erfolge gegeben. Sie deuten darauf hin, dass die Nutzung auch nur weniger Watt Leistung eine kleine, aber wichtige Rolle bei der Schaffung einer nachhaltigeren Zukunft spielen könnte.

Fernwärme und Körperwärme

Vater und Tochter - Umarmung

Bei der Berechnung der Wärmelast für neue Stadträume ist es sinnvoll, die Körpertemperatur und die Bewegungen der Fußgänger zu berücksichtigen.

In der Tat, wenn eine Person genug Wärme erzeugen kann, um Ihren Zugsitz warm zu halten, stellen Sie sich vor, wie viel davon die jährlich 42 Millionen Besucher der Mall of America nahe Minneapolis erzeugen. In der größten Einkaufspassage der USA herrschen trotz der arktisch-kalten Winter in Minnesota und ohne Zentralheizung jederzeit angenehme 21 Grad Celsius. Dies ist vor allem auf die geschickte Nutzung der Wärmeenergie zurückzuführen, die von den Menschenmassen erzeugt wird, die auf der Suche nach Schnäppchen das Einkaufszentrum durchstreifen.

Der Stockholmer Hauptbahnhof – Schwedens verkehrsreichster Verkehrsknotenpunkt – brachte diese Idee noch einen Schritt weiter. Abgesehen von der Temperaturstützung des Bahnhofs wandeln Wärmetauscher einen Teil der überschüssigen Körperwärme der 250.000 täglichen Pendler des Bahnhofs in warmes Wasser um. Dieses Wasser wird dann zu Heizzwecken in ein nahegelegenes Bürogebäude geleitet.

Das großmaßstäbliche Beispiel von Stockholm lässt sich nicht überall nachahmen, da die Übertragung von Niedertemperaturwärme über weite Strecken mehr Energie verbraucht als sie erzeugt. Aber Wärmetauscher können eine nachhaltige Lösung bieten, solange sich die Gebäude in der Nähe befinden und genügend Platz vorhanden ist, um zunächst überschüssige Wärme zu erzeugen.

Erzeugung im Mikromaßstab

Körperwärme kann zwar auf einzigartige Weise zur Erwärmung von Gebäuden und städtischen Räumen beitragen, aber ihre Nutzungsmöglichkeiten sind damit jedoch noch nicht ausgeschöpft: Denn Körperwärme ist auch in kleinen Anwendungen wie der sogenannten Wearable-Technology vielversprechend.

So wird bei der Thermoelektrik ein dünnes leitfähiges Material verwendet, das unter Ausnutzung der Temperaturdifferenz zwischen seinen beiden Seiten Elektrizität erzeugt. Sie versorgt ein Gerät so lange mit Strom, wie die Temperatur außen niedriger ist als die Ihrer Haut.

Mehrere Wearables mit extrem niedrigem Stromverbrauch wie Fitnesstrainer und medizinische Geräte, die diese Technologie nutzen, sind bereits im Handel erhältlich. Aber wir sind noch weit davon entfernt, größere und energieintensivere Anwendungen wie Smartphones allein mit Körperwärme zu betreiben.

Dennoch sehen wir rasche Fortschritte in der Entwicklung von Thermogeneratoren und Nanofaser-Textilien. Wir könnten schon bald flexible Materialien und intelligente Kleidungsstücke tragen, die die Körpertemperatur als einzige Energiequelle nutzen.

Energie von den Menschen?

Körperwärme ist noch keine wichtige Quelle für die Erneuerbaren Energien. Aber der Einsatz von Wärmetauschern im städtischen Bereich sowie Fortschritte bei der Wearable Technology mit ultraniedriger Leistung deuten darauf hin, dass sie sich zu einer aufregenden Nische entwickelt.

Es ist auch eine hilfreiche Erinnerung an den direkten Einfluss, den wir als Einzelne haben können, wenn es um den Abbau von Treibhausgasen geht. In der neuen Energiewelt sind unser Antrieb und unsere Entscheidungen die treibenden Kräfte. 

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