Technologische Notwendigkeiten und „No-regret“-Maßnahmen

Die Forscherinnen und Forscher betrachten eine Reihe von Maßnahmen als unverzichtbar, um die Klimaziele 2030 und 2050 zu erreichen. Zu solchen „No-regret“-Maßnahmen zählen sie insbesondere den konsequenten und zügigen Ausbau von Windkraft und Photovoltaik, den Ausbau leistungsfähiger Übertragungs- und Verteilnetze sowie die weitgehende Elektrifizierung des Wärme- und Mobilitätssektors auf Basis des immer „grüner“ werdenden Stroms („Sektorkopplung“). Da neben „grünem“ Strom auch „grüne“ stoffliche Energieträger in vielen Bereichen erforderlich sein werden, wird die systematische Erprobung und der Aufbau von gesamthaften Wertschöpfungsketten rund um Wasserstoff als „No-reget“ angesehen. Schließlich sollte die Steigerung der Energieeffizienz in allen Bereichen weiter voran getrieben werden.

Einführung eines sektorenübergreifenden CO₂-Preises

Frank-Detlef Drake

Regulatorische Maßnahmen in Form von Anreizsystemen können dazu beitragen, die Transformation möglichst kosteneffizient zu gestalten. Dabei sehen die Autorinnen und Autoren einen sektorenübergreifenden, EU-weit einheitlichen CO₂-Preis als Leitinstrument für den Klimaschutz – auch und gerade in Zeiten von Corona. Im Zuge der durch die Corona-Krise ausgelösten Rezession sei zu befürchten, dass die Unsicherheiten über die langfristige Preisentwicklung anstiegen. Ein wirksamer CO₂-Mindestpreis sei daher mehr denn je notwendig, um Planungssicherheit zu schaffen und dauerhafte Anreize für nachhaltige Klimaschutzinvestitionen zu setzen. Es sei wichtig, perspektivisch in allen Sektoren die Treibhausgase zu bepreisen – am besten durch eine Ausweitung des europäischen Emissionshandels.

Eine umfassende Transformation der Infrastruktur

Die Akademien unterstreichen darüber hinaus, die Bedeutung einer engen Koordination zur Entstehung eines einheitlichen europäischen Energiesystems. Wichtig sei dabei die richtige Balance zwischen den erforderlichen Weichenstellungen für die Infrastrukturentwicklung und offenen, marktwirtschaftlichen Ansätzen. Zudem sollte bedacht werden, dass auch in Zukunft Energie nach Europa importiert werden wird. Die dafür notwendigen Technologien müssten in den Markt gebracht und die globalen Lieferketten entwickelt werden. Die Politik müsse deshalb den Aufbau von Lieferketten für grüne Energieträger unterstützen.

*Die Ad-hoc-Stellungnahme ist ein gemeinsamer Beitrag der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, acatech ‒ Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Die Akademien unterstützen Politik und Gesellschaft unabhängig und wissenschaftsbasiert bei der Beantwortung von Zukunftsfragen zu aktuellen Themen. Ihre Mitglieder und weitere Experten sind hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Im Energiebereich leisten die Wissenschaftsakademien seit 2013 im Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) wissenschaftsbasierte Politikberatung.

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