Der Aufstieg der intelligenten Städte

Intelligente Städte sind nicht nur ein ferner Traum von einer fernen Zukunft. Innovative Technologien lassen intelligente Städte bereits heute Realität werden. Doch durch das rasche Wachstum intelligenter Städte wird die Kluft zwischen Stadt und Land größer denn je.

Intelligente Städte sind nicht nur ein ferner Traum von einer fernen Zukunft. Innovative Technologien lassen intelligente Städte bereits heute Realität werden. Diese Technologien finden immer mehr Anwendung und geben Menschen neue Möglichkeiten zur Interaktion in Verkehrsmitteln, Gebäuden, öffentlichen Dienstleistungen und der Verwaltung. Doch durch das rasche Wachstum intelligenter Städte wird die Kluft zwischen Stadt und Land größer denn je.

Die intelligente Stadt ist eine postindustrielle Erfolgsgeschichte. Alles begann mit der Einführung von High-End-Diensten in den Großstädten in den 1980er und 90er Jahren. Zur selben Zeit begann im industriellen Kernland von Ländern wie Deutschland ein Rückgang der Industrieproduktion. Die größten Städte in den Industrieregionen begannen, die Industrieproduktion durch die High-End-Dienstleistungsindustrie und die dazugehörige Infrastruktur zu ersetzen.

Diese Entwicklung führte zu einem verbesserten Transportwesen, schnelleren Verbindungen und an die Erfordernisse der Zeit angepassten, fortschrittlicheren Bauvorschriften. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren diese neu erfundenen Metropolen zu den am stärksten konzentrierten, hoch entwickelten Gebieten der Welt geworden. Und das hat dazu geführt, dass sie als Lebens- und Wirtschaftsräume sehr gefragt sind.

Der Niedergang der ländlichen Gemeinden

Bei all der Begeisterung um intelligente Städte und die Nutzung neuer Technologien im Urbanen ist es leider dazu gekommen, dass die Bedürfnisse der Kleinstädte und ländlichen Gemeinden in den Hintergrund getreten sind.

Ländliche Regionen sowie Städte in Zwischenregionen machen etwa 88 Prozent der gesamten europäischen Bevölkerung aus. Seit Jahren erleben sie einen anhaltenden Bevölkerungsrückgang, da immer mehr Menschen in dicht bevölkerte, städtische Zentren ziehen. Dies ist nicht nur in Deutschland oder in ganz Europa ein Problem. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten.

Diese Verlagerung hat eine starke wirtschaftliche Anziehungskraft auf die öffentlichen Ressourcen in Richtung Städte und weg von allen anderen Orten ausgeübt. Ländliche Regionen und Städte in Zwischenregionen fallen in der allgemeinen Entwicklung mehr und mehr zurück, da sie von Politikern und Investoren zunehmend eine untergeordnete Rolle erfahren.

Nachhaltige Städte

Das wachsende Stadt-Land-Gefälle

Heute sehen wir uns mit einer gefährlichen Kluft zwischen unseren hochmodernen Städten und kleineren Städten konfrontiert, die nicht kleiner wird. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten und der Attraktivität des städtischen Lebens entscheiden sich viele junge Menschen dafür, in die Stadt zu ziehen, wodurch auch die Bindungen zu ihren Familien loser werden. Das Ergebnis ist eine polarisierte Demographie, in der Menschen mehrerer Generationen in wachsender Isolation voneinander leben.

Unterdessen bleiben ländliche Regionen sowie Städte in Zwischenregionen oft mit minderwertigen Dienstleistungen unterversorgt. Ihnen fehlt der Zugang zu wichtigen Infrastrukturen und Technologien. Dies führt zu einem spiralförmigen Rückgang ihres wirtschaftlichen Wohlstands.

Die jüngsten politischen Entwicklungen spiegeln das wachsende Gefühl der Ungleichbehandlung und damit einhergehenden Benachteiligung dieser Regionen wider. Die Menschen haben zunehmend das Gefühl, dass die Eliten der Großstädte das Land nach eigenem Gutdünken regieren, während sie den Rest der Bevölkerung sich selbst überlassen. In dem Maße, wie sich diese Missstände verschärfen, wird die politische Lage zunehmend brisanter.

Warum intelligente Energiegemeinschaften?

Das Konzept einer intelligenten Energiegemeinschaft trifft den Kern dessen, was uns menschlich macht: für einander und für unseren Planeten zu sorgen. Wirtschaftlich gesehen schafft sie große Möglichkeiten für Unternehmen, Dienstleistungen anzubieten, die unser Leben verbessern. Sie eröffnet einen unerschlossenen Markt und hilft bei der Einführung nachhaltiger Umweltmaßnahmen.

Intelligente Energiegemeinschaften sind viel mehr als nur das Kopieren des Konzepts der „intelligenten Städte“ und das Einfügen in nicht-städtische Umgebungen. Es geht vielmehr darum, starke Arbeitsbeziehungen zwischen Kunden und Unternehmen aufzubauen. Und es geht um den Aufbau einer demokratisierten Dienstleistungs- und Technologieinfrastruktur, die für alle funktioniert. Unabhängig davon, wo wir leben, sollten wir alle Zugang zu den gleichen Annehmlichkeiten und Vorteilen haben, die die Menschen in der Stadt genießen.

Vom Verbraucher zum „Prosumer“

Wenn es uns mit der Überbrückung des Stadt-Land-Gefälles ernst ist, können wir  Lehren aus dem schwedischen Dorf Simris lernen. Diese Gemeinschaft von nur 200 Menschen zeigt uns, was möglich ist, wenn ländliche Gemeinden und Unternehmen zusammenarbeiten, um ein wirtschaftlich nachhaltiges Dienstleistungsmodell zu schaffen. Simris hat sich auf den Weg gemacht, Schwedens erste energieautarke Gemeinde zu werden.

Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung verändern den Energiemarkt rasch, in Schweden und auf der ganzen Welt. Die Energieversorger geben die zentralisierte Erzeugung von Infrastruktur auf und wenden sich bidirektionalen Energieflusssystemen zu. Dieser neue Ansatz macht Verbraucher zu „Prosumenten“: Menschen, die ihre eigene Energie nutzen, sie aber auch innerhalb ihrer Gemeinschaft oder ihres Quartiers, in dem sie leben, weitergeben und dafür eine Vergütung erhalten.

Ausgestattet mit bidirektionalen Energietechnologien produzieren die Einwohner von Simris heute Energie innerhalb ihrer eigenen intelligenten Energiegemeinschaft. Die Einwohner produzieren jetzt genug erneuerbare Energie aus einem lokalen Windpark, um ein Fünftel ihres eigenen Energiebedarfs selbst zu decken. Wenn dieses Modell in Simris erfolgreich sein kann, dann kann es auch in anderen kleinen Gemeinden auf der ganzen Welt funktionieren.

First published on LinkedIn on December 18, 2019
Über Thomas Birr
Über Thomas Birr
30 Jahre Erfahrung in zahlreichen Führungspositionen im Energiesektor zeigen Thomas Birr als einen erfahrenen und engagierten Strategen und Innovator. Seine Karriere ist wie er selbst: energiegeladen, entschlossen und unternehmerisch. Thomas Birr hat auf Basis seines umfassenden Know-hows der Energiewirtschaft, der Strategieentwicklung sowie jahrelanger Erfahrungen im Innovationsbereich ein globales Verständnis für das zukünftige dezentrale und digitale Energiesystem entwickelt – die Themen Führung und Change innerhalb von Organisationen sind für ihn wesentliche Eckpunkte zur erfolgreichen Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter.

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