E.ON AG
21.11.2008  10.38 Uhr
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Energie aus den Kräften

von Ebbe und Flut

Gezeitenkraftwerke nutzen die zwischen den Gezeiten auftretenden Höhendifferenzen des Wasserspiegels – und die daraus resultierenden Strömungen. Die Gezeiten werden von der Gravitationswirkung der Sonne und des Mondes auf das Meer ausgelöst. Damit haben sie einen entscheidenden Vorteil: Denn Ebbe und Flut sind berechenbare Größen, permanent vorhanden und im Gegensatz zu Sonnen- und Windenergie vollkommen unabhängig von äußeren Gegebenheiten. 

 

Ursprünglich wurde in einem Gezeitenkraftwerk die Bucht durch einen Damm vom offenen Meer abgetrennt. In diesem Damm befinden sich auf dem Meeresgrund beidseitig ausgelegte Turbinen. Bei Flut strömt das Wasser von Meeresseite durch die Turbinen in den Staudamm – die kinetische Energie (Bewegungsenergie) des Wasserstromes wird dabei in elektrische umgewandelt. Bei Ebbe wird der große Tidenhub genutzt, um das durch den Damm aufgestaute Wasser von der Buchtseite zurück ins Meer laufen zu lassen - und so die Turbinen anzutreiben.
 

Ein neuer technologischer Ansatz sind Turbinen, die nicht den Tidenhub, sondern auf direktem Weg die starken Strömungen am Meeresgrund nutzen. In Küstennähe sind diese besonders stark und die Bedingungen für den Bau eines Gezeitenkraftwerkes damit optimal. Ein weiterer positiver Aspekt dieser Technologie ist die sichtbare und ökologische Schonung des Küstengebiets. Die Turbinen liegen „unsichtbar“ am Meeresgrund, ihre relativ langsamen Drehgeschwindigkeiten haben keine negativen Auswirkungen auf den Bestand der Meerestiere.   

 

Expertenschätzungen zufolge könnte die Strömungsenergie der Ozeane rund 800 Terawattstunden Strom pro Jahr liefern - etwa so viel wie 70 große Kernkraftwerke.