Die Vermeidung von Abfällen hat bei E.ON Priorität gegenüber der Verwertung und Beseitigung. Diese Regel gilt für alle Arten von Abfällen.
Besonderes Augenmerk legen wir auf die Entsorgung radioaktiver Abfälle aus Kernkraftwerken von E.ON Energie und E.ON Nordic. 2007 fielen 3.632 Tonnen schwach- und mittelradioaktiver Abfälle an. Hinzu kamen 281 Tonnen hochradioaktiver Abfälle. Hauptgrund für die deutlich gestiegenen schwach- und mittelradioaktiven Abfallmengen 2007 ist der Rückbau des Kraftwerks Stade der Market Unit Central Europe. Außerdem wurden 2007 zwischengelagerte schwachradioaktive Abfälle von E.ON Nordic entsorgt.
In Schweden ist für die Entsorgung radioaktiver Abfälle die Swedish Nuclear Fuel and Waste Management Co (SKB) zuständig, an der E.ON Nordic neben anderen Kernkraftwerksbetreibern Anteile besitzt. Wir arbeiten eng mit der SKB zusammen. Bei E.ON Nordic wird ein Teil des schwachradioaktiven Abfalls in nicht radioaktives Material recycelt, ein anderer Teil auf der Halbinsel Simpevarp entsorgt. Mittelradioaktiver Abfall wird einbetoniert, unter hohen Sicherheitsvorkehrungen nach Forsmark verschifft und auf dem dortigen Endlager der SKB verwahrt. Hochradioaktive Abfälle (verbrauchter Kernbrennstoff) schließlich werden 30 Jahre lang im Atomzwischenlager CLAB in Oskarshamn gelagert.
Voraussichtlich ab 2018 sollen sie im atomaren Endlager der Atomabfallgesellschaft landen. Derzeit sucht die SKB nach einem geeigneten Standort und will 2009 den Antrag auf Errichtung des Endlagers stellen. Der Atomabfall soll in fünf Meter langen Kupferbehältern eingekapselt und 500 Meter tief in Granit eingebettet werden. Bei der Entsorgung gelten strenge Strahlenschutzbestimmungen. In den Atomreaktoren wird auf ein Höchstmaß an Sicherheit geachtet. Mit umfangreichen Vorschriften sollen Sabotageakte, Terrorangriffe und der Diebstahl von Atommüll verhindert werden. Die Investitionen liegen bei einer Mrd EUR. Mit dem Endlager soll das schwedische Entsorgungskonzept für radioaktive Abfälle komplettiert werden.
Die Definitionen einzelner Abfallklassen sind in einzelnen Staaten auf Grund gesetzlicher Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich. Seit 2006 besitzen wir eine konzernweit einheitliche Definition für alle Arten von Abfällen. Bei gefährlichen Abfällen orientieren wir uns an der EU-Richtlinie über gefährliche Abfälle und der Definition der Umweltbundesbehörde der USA. Alle anderen Abfälle klassifizieren wir als nicht gefährlich. Seit 2006 können wir für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle aussagekräftige und konsolidierte Daten für den gesamten Konzern präsentieren. 2007 stieg zwar die Gesamtmenge nicht gefährlichen Abfalls im Vergleich zum Vorjahr auf über 4.500 Kilotonnen, über 70 Prozent davon aber konnten verwertet werden. Das ist eine deutlich höhere Recyclingquote als 2006 (mit über 20 Prozent). Die hohen Schwankungen bei den Mengen an gefährlichen Abfällen, die verwertet und beseitigt wurden, sind mit jahresübergreifenden Zwischenlagerungen zu erklären. Die Entsorgung von gefährlichen Abfällen erfolgt nicht immer in demselben Jahr, sondern hängt von Verwertungsmöglichkeiten und einer effizienten Auslastung der Logistik ab.
In den Market Units Central Europe, UK und US-Midwest verwerten wir einen Teil der bei der Kohleverbrennung und Abgasaufbereitung entstehenden Abfallprodukte. Dazu zählen insbesondere Asche und Gips, die von der Baustoffindustrie weiterverwendet werden können. Dadurch spart E.ON Entsorgungskosten, und die Umwelt wird entlastet. E.ON U.S. stellt die Kohleasche für Renaturierungsprojekte zur Verfügung. 820.000 Tonnen umweltverträglicher Kohleasche wurden z. B. als Untergrund für ein neu angelegtes Erholungsgebiet in Kentucky verwertet.
Die Recyclingquote bei Asche und Schlacke konnte 2007 im Vergleich zu 2006 von knapp 60 Prozent auf über 80 Prozent gesteigert werden. Angefallene Mengen Gips konnten wie in den Vorjahren zu über 95 Prozent der Verwertung zugeführt werden.