E.ON treibt Konzernumbau voran: Wichtige Struktur- und Personalentscheidungen getroffen

  • Aufsichtsrat benennt künftige Führungsteams: Johannes Teyssen bleibt Vorstandsvorsitzender von E.ON, Klaus Schäfer wird Vorstandsvorsitzender der neuen Gesellschaft
  • Michael Sen, derzeit CFO von Siemens Healthcare, übernimmt zum 1. Juni 2015 das Finanzressort von E.ON
  • Neue Gesellschaft wird Uniper heißen
  • E.ON konzentriert die Geschäfte in Essen, Uniper wird in Düsseldorf angesiedelt

Neue Führungsstrukturen mit je vier Ressorts entschieden

Im Zuge der Neuaufstellung des Konzerns sind bei E.ON wesentliche Struktur- und Personalentscheidungen gefallen. In den fünf Monaten seit Bekanntgabe der neuen Strategie wurden die wesentlichen Leitlinien der künftigen Organisation für beide Unternehmensteile eingehend diskutiert und nunmehr verabschiedet. Darüber hinaus wurden, von den strategischen Herausforderungen abgeleitet, neue Führungsstrukturen für die zukünftige E.ON und die neue Gesellschaft definiert. Hiernach erhalten beide Unternehmen jeweils vier Vorstandsressorts. So werden neben der CEO- und der CFO-Funktion jeweils zwei operative Ressorts eingerichtet.

In der zukünftigen E.ON ist der Chief Markets Officer (CMO) verantwortlich für die Entwicklung neuer Produkte und innovativer Lösungen. Wegen der unmittelbaren Einbindung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren in das künftige Produkt- und Leistungsportfolio von E.ON ist der CMO auch für diese Geschäfte zuständig. Der Chief Regions Officer (CRO) verantwortet den laufenden Vertrieb und das Verteilnetzgeschäft in den verschiedenen nationalen Märkten von E.ON. In der neuen Gesellschaft wird ein Chief Operational Officer (COO) den technischen Anlagenbetrieb verantworten, während ein Chief Commercial Officer (CCO) die Verantwortung für die Vermarktung der eigenen Produktion und für den Energiehandel übernimmt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Wenning sagt zu den heutigen Entscheidungen: „Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass es mit den neuen Führungsstrukturen gelingen wird, den immensen Herausforderungen in beiden Energiewelten zu begegnen.“

Neuaufstellung von E.ON

E.ON hat das Ziel, bevorzugter Partner für innovative Energielösungen zu werden. Hierzu wird sich E.ON zukünftig auf die Pfeiler Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen fokussieren. Im Zusammenspiel der drei Geschäftsfelder werden Lösungspakete für die neue Energiewelt entwickelt, wie z.B. nachhaltige Angebote für Städte oder maßgeschneiderte Produkte und Services für Industriekunden. Dazu werden zentral gesteuerte Aktivitäten in den Bereichen Marketing, technische Innovationen, Digitalisierung und Energielösungen auf- und ausgebaut und in einem neuen Vorstandsressort zusammengefasst. Das globale Geschäft mit Erneuerbaren Energien wird in der bestehenden Geschäftseinheit E.ON Climate & Renewables weiter verstärkt. Ihre Verteilnetz- und Vertriebsaktivitäten in den Kernmärkten wird E.ON über kundennahe regionale Einheiten führen. „Mit der Neuaufstellung werden wir in der Lage sein, Kundenbedürfnisse in der sich schnell verändernden Energiewelt optimal zu erfüllen. Dies kommt unseren 32 Millionen Kunden in Europa unmittelbar zu Gute“, so Johannes Teyssen, der auch in der zukünftigen E.ON Vorstandsvorsitzender sein wird.

Das neue Unternehmen startet zum 1. Januar 2016 unter dem Namen Uniper

Das neue Unternehmen mit den Schwerpunkten konventionelle Stromerzeugung, Energiehandel und Exploration & Produktion (E&P) nimmt seine Geschäftstätigkeit zum Jahresbeginn 2016 unter dem Namen „Uniper“ auf. Dieser Name steht für „Unique Performance“ und damit für einzigartige Leistungsfähigkeit und hohe Kompetenz. Der neue Name geht auf den Vorschlag eines langjährigen Mitarbeiters zurück und hat sich aus anfangs rund 3.000 Ideen durchgesetzt. Dieser Mitarbeiter arbeitet für ein Tochterunternehmen, das künftig zu Uniper gehören wird.

„Uniper ist ein hervorragender Name für die neue Gesellschaft, wie unsere Analysen in zahlreichen Zielmärkten gezeigt haben“, so Johannes Teyssen. „Unter dieser neuen Marke wird es gelingen, Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter für unser neues Unternehmen zu gewinnen und ihm Gestalt zu geben.“

Die mit der Abspaltung zusammengefassten E.ON-Aktivitäten in der klassischen Energiewelt – vom technischen Anlagenbetrieb bis zum Handel – werden künftig an einem Standort in einem integrierten Steuerungsmodell unmittelbar verzahnt. „Ziel ist es, mit hoher Effizienz und Flexibilität unsere Portfolios in allen Märkten, von Kraftwerken über Erdgasspeicher und Gasterminals bis zu Pipelines, bestmöglich zu vermarkten. Wir schaffen schlanke Strukturen und kurze Entscheidungswege, um erfolgreich auf die zukünftigen Marktbedürfnisse reagieren zu können“, sagt der heutige CFO von E.ON und designierte Vorstandsvorsitzende von Uniper, Klaus Schäfer.

Personaltableau für E.ON vom Aufsichtsrat beschlossen

In seiner heutigen Sitzung hat der E.ON-Aufsichtsrat die geplante Aufgabenverteilung und das künftige Personaltableau für E.ON beschlossen.

Johannes Teyssen (55) behält auch nach der Aufspaltung den Vorstandsvorsitz von E.ON. Die operativen Geschäfte führen Leonhard Birnbaum (48) und Bernhard Reutersberg (61). Birnbaum wird als Chief Regions Officer (CRO) die Verantwortung für die Geschäfte in den Kernmärkten und damit für E.ONs Vertriebskunden sowie die Netzaktivitäten übernehmen. In seiner Verantwortung sollen die Marktaktivitäten des Konzerns in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien weiter gestärkt werden. Reutersberg, dessen Vorstandsvertrag bis 2017 verlängert wurde, übernimmt die Verantwortung als Chief Markets Officer (CMO) und wird in dieser Funktion die Entwicklung innovativer Kundenlösungen vorantreiben und die Geschäfte mit Erneuerbaren Energien steuern.

Neu in den Vorstand tritt der künftige CFO Michael Sen (46) ein. Er übernimmt die Aufgaben von Klaus Schäfer zum 1. Juni. Der im Rheinland geborene Sen arbeitet seit fast 30 Jahren im Siemens-Konzern. Er hat nach einer kaufmännischen Lehre im Bereich der Starkstromtechnik in Berlin und einem Betriebswirtschafts-Studium zahlreiche operative und strategische Führungsaufgaben in der Siemensgruppe verantwortet, u.a. mit Zuständigkeit für internationale Portfoliostrategien in der Konzernentwicklung und später als Bereichsleiter Investor Relations der Siemens AG. Derzeit ist Sen als Finanzvorstand von Siemens Healthcare tätig. Siemens Healthcare ist mit rund 43.000 Mitarbeitern weltweit vertreten und erzielte 2014 einen Umsatz von rund 12 Milliarden Euro.

„Wir sind froh, dass mit Michael Sen ein hervorragender Finanzvorstand für die künftige E.ON gewonnen werden konnte. Mit ihm, Johannes Teyssen, Leonhard Birnbaum und Bernhard Reutersberg steht zudem das gesamte neue Vorstandsteam kurzfristig bereit, die Neuaufstellung von E.ON zügig voranzutreiben“, so Wenning. „Das langjährige Vorstandsmitglied Jørgen Kildahl wird das von ihm geführte internationale Ressort einschließlich der Aktivitäten in Russland, Brasilien und der Türkei sowie des E&P-Geschäfts bis 30. September 2015 leiten. Herr Kildahl wird im beiderseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen ausscheiden, um neue Aufgaben außerhalb des Konzerns übernehmen zu können“, so Wenning weiter. „Herr Winkel hat bereits Anfang des Jahres dem Aufsichtsratsvorsitzenden mitgeteilt, dass er für eine Verlängerung seines Vorstandsmandates aus sehr persönlichen Gründen nicht zur Verfügung steht. Vor dem Hintergrund der unmittelbar anstehenden Neuaufstellung von E.ON und Uniper haben sich der Aufsichtsrat und Herr Winkel im besten gegenseitigen Einvernehmen auf eine Beendigung seines Vorstandsmandates zum 31. Mai 2015 verständigt.“ Der Aufsichtsrat respektiert die Entscheidungen, stimmt der Beendigung beider Mandate mit Bedauern zu und dankt beiden Herren für ihre langjährige und erfolgreiche Arbeit im E.ON-Konzern.

Personalentscheidungen auch für Uniper getroffen

Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus die Besetzung des Vorstands der künftigen Uniper beschlossen. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Klaus Schäfer (47). Er leitet seit 2013 das Finanzressort von E.ON und hat in seiner fast 20-jährigen Unternehmenslaufbahn unterschiedlichste Führungsaufgaben im zentralen Strategiebereich in Düsseldorf, als CEO des italienischen Kraftwerks- und Vertriebsgeschäftes und schließlich als Vorstandsvorsitzender der E.ON Ruhrgas und der E.ON Global Commodities verantwortet. Schäfer bleibt zunächst Vorstandsmitglied bei E.ON und führt in dieser Position wesentliche Geschäfte der künftigen Uniper bis zur Etablierung der Gesellschaft. „Mit seiner breiten Erfahrung gerade auch in den Kerngeschäften der künftigen Uniper und seiner langjährigen Verankerung in der E.ON haben wir mit Klaus Schäfer den geeignetsten Kandidaten für den künftigen Vorstandsvorsitz gewonnen“, so Wenning.

Die Aufgabe als CFO soll Christopher Delbrück (48) übernehmen. Delbrück ist Volkswirt und begann seine berufliche Laufbahn 1995 als Berater bei der Boston Consulting Group mit Schwerpunkt Energiewirtschaft. 2002 trat er in den E.ON-Konzern ein. Als Finanzvorstand der schwedischen E.ON-Tochter verantwortete er deren Integration in die E.ON-Gruppe. Anschließend begleitete Delbrück als Finanzvorstand von E.ON Energy Trading und E.ON Ruhrgas deren Fusion im Jahr 2012 zu E.ON Global Commodities. Seit 2013 führt Delbrück dieses Unternehmen als CEO. Eckhardt Rümmler (55) übernimmt als Chief Operating Officer (COO) die Verantwortung für alle technischen Anlagen, insbesondere die konventionellen Kraftwerke und Gasspeicher der Uniper. Eckhardt Rümmler ist Diplom-Ingenieur und verfügt über eine fast 30-jährige Erfahrung in der Energiewirtschaft. Nach zahlreichen Stationen im gesamten Kraftwerksgeschäft war er unter anderem Leiter der Unternehmensstrategie von E.ON und verantwortet heute als CEO die gesamte konventionelle und erneuerbare Stromproduktion des Konzerns. In den kommenden Monaten soll das Vorstandsteam um einen Chief Commercial Officer (CCO) ergänzt werden, der für die gesamte Vermarktung und den globalen Energiehandel zuständig sein wird.

„Es ist gut, dass wir für Uniper mit den Herren Schäfer, Delbrück und Rümmler ein anerkannt starkes Führungsteam benennen können. So ist es möglich, Uniper in den nächsten Monaten optimal aufzustellen, um im Rahmen des ambitionierten Zeitplans zum 1. Januar 2016 starten zu können“, so Wenning.

Unternehmensstandorte entschieden – beide Unternehmen konzentrieren ihre zentralen Aktivitäten jeweils in einer Stadt

In einem intensiven Prozess unter Beteiligung der Arbeitnehmervertreter wurden in den letzten Monaten auch die Standortentscheidungen für beide Gesellschaften vorbereitet. Wesentliches Ziel war es, beiden Unternehmen und deren Mitarbeitern bestmögliche Arbeitsbedingungen zu bieten. Zudem sollten die Belastungen für die Mitarbeiter durch längere oder neue Arbeitswege so gering wie möglich gehalten werden. Unter Berücksichtigung technisch-wirtschaftlicher Restriktionen im Gebäudebestand des Konzerns und mit Blick auf die Mitarbeiterinteressen ergibt sich ein klares Lösungskonzept. Hiernach wird E.ON ihre Aktivitäten vollständig auf den Standort am Brüsseler Platz im Essener Süden konzentrieren. Dort können sämtliche der künftigen E.ON zugeordneten Mitarbeiter in der Rhein-Ruhr-Region optimale Arbeitsbedingungen erhalten, und es besteht die Möglichkeit, zusätzlich einen F&E-Bereich für Produktinnovationen anzusiedeln.

Uniper übernimmt die in Düsseldorf genutzten Liegenschaften und wird ihren Sitz im Düsseldorfer Hafen erhalten. Hier und in der heutigen Konzernzentrale am E.ON-Platz können die wesentlichen operativen Steuerungseinheiten sowie die Verwaltungs- und Unterstützungsaktivitäten von Uniper angesiedelt werden. Die Standorte Gelsenkirchen als Sitz der Ingenieursaktivitäten und des Anlagenservices und Hannover für Kernenergie und IT-Dienstleistungen in der Gruppe bleiben hiervon unberührt.

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, insbesondere da sie von unserer ursprünglichen Erwartung ein Stück abweicht. Gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat haben wir uns aber im Interesse der Mitarbeiter und der Leistungsfähigkeit beider Unternehmen auf dieses Konzept als beste Lösung verständigt. Für alle Beteiligten stand dabei im Vordergrund, dass so wenige Mitarbeiter wie möglich längere Arbeitswege in Kauf nehmen müssen. Gleichzeitig ist es allen wichtig, dass durch räumliche Nähe für beide Unternehmen die Möglichkeit geschaffen wird, jeweils ihre eigene Kultur und Identität zu entwickeln“, so Teyssen.

Neue Unternehmensaufstellung wird im zweiten Halbjahr 2015 weiter vorangetrieben

Im zweiten Halbjahr werden die rechtlichen Voraussetzungen für die Neuaufstellung geschaffen. Aus allen Unternehmensteilen werden die Uniper zugeordneten Geschäftsaktivitäten in der neuen Unternehmensgruppe zusammengefasst. Uniper wird zum 1. Januar 2016 unter Leitung des benannten neuen Vorstands die Verantwortung für ihre Geschäftsaktivitäten übernehmen. In der Hauptversammlung 2016 am 8. Juni 2016 wird der E.ON-Vorstand die Aktionäre dann um Zustimmung zur mehrheitlichen Abspaltung der Geschäftsanteile zugunsten der Aktionäre bitten. Mit der Einladung zur nächstjährigen Hauptversammlung werden die Aktionäre und Investoren ausführlich über die Abspaltung informiert.

„Es ist gut, dass wir gemeinsam mit dem Aufsichtsrat rechtzeitig vor der diesjährigen Hauptversammlung wichtige Eckpfeiler der Neuaufstellung des Konzerns fixiert haben und Kernentscheidungen verabschiedet sind. Wir sind damit voll im Zeitplan für die Umsetzung der neuen E.ON-Strategie und können dies unseren Aktionären in der Hauptversammlung in der nächsten Woche präsentieren“, hebt Teyssen hervor.

Lebenslauf und Foto Dr. Johannes Teyssen
Lebenslauf und Foto Dr.-Ing. Leonhard Birnbaum
Lebenslauf und Foto Jørgen Kildahl
Lebenslauf und Foto Dr. Bernhard Reutersberg
Lebenslauf und Foto Klaus Schäfer
Lebenslauf und Foto Mike Winkel

Die Lebensläufe von Christopher Delbrück, Eckhardt Rümmler und Michael Sen finden Sie in der rechten Spalte. Fotos stehen im Download-Bereich der eon.com zur Verfügung.

Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON SE beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.