E.ON bewertet Energiekonzept als wichtige Weichenstellung für Deutschlands Energiezukunft


  • Erfolg hängt entscheidend von globalem Klimaschutzabkommen, europäischem Energiemarkt mit gemeinsamer Energiepolitik und konsequentem Ausbau der Energienetze ab
  • E.ON wird eigene CO2-Emissionen je erzeugter Kilowattstunde Strom bis 2030 halbieren und setzt Ausbau Erneuerbarer Energien unvermindert fort

E.ON hat das Energiekonzept der Bundesregierung als wichtige Weichenstellung für die Energiezukunft Deutschlands bewertet. Als erste europäische Nation habe Deutschland nunmehr für den ehrgeizigen Plan der europäischen Regierungschefs zur Vermeidung von 80-95 Prozent der Klimagase bis zur Mitte des Jahrhunderts einen konkreten Rahmen für den Umbau der Energieversorgung in den nächsten Jahrzehnten vorgelegt. „Die Ziele für den schrittweisen Übergang von der bislang weitgehend konventionellen hin zu einer überwiegend erneuerbaren Energieerzeugung sind sehr ehrgeizig, und die Bundesregierung weist zu Recht darauf hin, dass es hierfür eines globalen und eines europäischen Rahmens bedarf “, sagte E.ON-Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen.

Voraussetzung dafür sei allerdings auch ein breiter politischer und gesellschaftlicher Konsens. „Die Politik muss den Menschen in Deutschland erklären und sie dafür gewinnen, dass die Energie-Infrastruktur in Deutschland, insbesondere die Strom- und Gasnetze, modernisiert, umgebaut und erheblich erweitert werden muss“, so Teyssen. Das geplante Sofortprogramm der Bundesregierung sei hierfür ein wichtiger erster Schritt. Wichtig seien auch Offenheit und Transparenz im Hinblick auf die Kosten. „Der Umbau funktioniert weder von selbst noch zum Nulltarif“, betonte Teyssen. „Gleichzeitig darf der Umbau nicht zur Verlagerung von Arbeitsplätzen und Produktion aus Deutschland führen. Die Welt beneidet uns um unsere starke industrielle und gewerbliche Basis mit Großindustrieunternehmen und starken Mittelständlern. Die Steigerung der Energieeffizienz darf nicht durch Abwanderung dieser Unternehmen aus Deutschland erreicht werden.“

Notwendig sei darüber hinaus ein neuer Pioniergeist. Das Energiekonzept könne Deutschland zum europäischen, ja weltweiten Vorreiter für Energieeffizienz und Klimaschutz machen. „Solange aber verhinderte Projekte mehr gefeiert werden als umgesetzte, wird der Umbau unserer Energieversorgung nicht gelingen. Wir brauchen vor allem wieder mehr Mut zu Neuem und auch für neue innovative Technologien.

Deshalb ist die geplante Initiative der Bundesregierung für mehr Transparenz und Akzeptanz von Infrastrukturprojekten richtig und wichtig. Wir werden sie mit ganzer Kraft unterstützen, denn ökologisch wie ökonomisch notwendige Projekte, wie z.B. das innovative E.ON-Kraftwerk in Datteln, dürfen nicht zu Lasten der Allgemeinheit an Partikularinteressen scheitern“, sagte Teyssen.

E.ON selbst will einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Energiekonzeptes leisten, vor allem bei der Modernisierung konventioneller Energieanlagen, beim Ausbau Erneuerbarer Energien und bei der Forschung und Entwicklung rund um das Thema Energieeffizienz. Schon heute fließt ein Viertel aller Neuinvestitionen des Unternehmens in den Aufbau zusätzlicher Erneuerbarer Energien. Bis zum Jahr 2030 will E.ON den Anteil Erneuerbarer Energien an der eigenen Stromerzeugung nahezu verdreifachen. Im gleichen Zeitraum sollen die Kohlendioxid-Emissionen des E.ON-Kraftwerkparks gegenüber 1990 halbiert werden.

Der E.ON-Vorstandsvorsitzende begrüßte die grundsätzliche Offenheit des Energiekonzeptes für verschiedene Energieträger und Technologien und die Einbindung des Konzepts in einen globalen und europäischen Rahmen. Der angestrebte fundamentale Umbau der europäischen Energieversorgung könne zu bezahlbaren Kosten nur gelingen, wenn die Stärken jeder Region gemeinsam genutzt und keine Vorgartenpolitik verfolgt werde.

"Die Rolle des Erdgases wird in den zugrunde gelegten Zukunftsprognosen jedoch erheblich unterschätzt", sagte Teyssen. Das gelte für die Wärmeerzeugung, aber auch für hochmoderne Gaskraftwerke oder Erdgasfahrzeuge. Kaum ein Energieträger sei in der Lage, die Balance zwischen Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz so effizient sicherzustellen wie das Erdgas. Darüber hinaus sei es in den letzten Jahren weltweit gelungen, kostengünstiger auf erhebliche Erdgasreserven zugreifen zu können, so dass die frühere Sorge Deutschlands vor Importabhängigkeiten neu bewertet werden müsse. Daher werde sich zeigen, dass die Bedeutung von Erdgas in der deutschen Energiebilanz in den nächsten Dekaden keinesfalls abnehmen, sondern weiter wachsen werde.

Zu Recht erkennt das Energiekonzept nach Einschätzung von E.ON auch die wachsende Bedeutung von Strom als Modernisierungsenergie an. Elektromobilität, Erdwärmepumpen und ein verstärkter Stromeinsatz zur effizienteren Steuerung von industriellen Produktionsprozessen werden wesentliche Beiträge zum Klimaschutz leisten.

Die Regelungen und Gesetze zum Weiterbetrieb der Kernenergie in Deutschland sind ebenfalls wesentlicher und notwendiger Bestandteil des Energiekonzeptes. Die Abschöpfung von weit mehr als der Hälfte der künftigen Erträge aus der längeren Kernenergienutzung und zusätzliche Anforderungen an die Nachrüstung der Anlagen stellen die Betreiber vor eine Belastungsprobe. Im Interesse eines Energiekonsenses hat E.ON ebenso wie die anderen Betreiberunternehmen die Forderungen der Politik akzeptiert und trägt die vertraglichen Grundlagen für die Einrichtung eines Fonds zur Förderung innovativer Energietechnologien mit. Das Unternehmen sieht in dem mit erheblichen Finanzmitteln ausgestatteten Fonds zugleich einen spürbaren Konjunkturmotor, der über mehrere Dekaden trägt.

Die energiewirtschaftlichen, ökologischen und volkswirtschaftlichen Vorteile dieser Kernenergiebrücke zu vermitteln, sieht E.ON als eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Unternehmen. Das Unternehmen wolle hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Der faktenbasierte Dialog über die Kernenergie und ihre Rolle im Energiemix werde verstärkt. Zahlreiche Vorwürfe, die im Rahmen der Skandalisierungsdebatte der letzten Wochen aufgebracht wurden, seien bereits widerlegt. Deutschland habe die weltweit sichersten, effizientesten und leistungsfähigsten Kernkraftwerke. Diese könnten flexibel auf die wachsende Einspeisung regenerativer Energien reagieren und Klimaschutz für die deutschen Stromkunden bezahlbar halten.

„Nun ist es Zeit, eine offene und breite gesellschaftliche Debatte über dieses grünste Energiekonzept Deutschlands in seiner Geschichte zu führen. Wir sollten dabei nicht alle Kraft auf das Thema der moderaten Weiternutzung der Kernkraftwerke als Brückentechnologie verschwenden. Vielmehr müssen wir über Ziele und Wege des gesamten Energiekonzepts streiten. Wir bei E.ON beteiligen uns gern mit Wort und Tat beim Umbau der Energieversorgung Deutschlands und Europas und denken dabei immer an unsere Kunden und ihre Zukunft in Deutschland“, so Teyssen.

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