E.ON nennt Einzelheiten zur Abgabe von Netz- und Kraftwerkskapazitäten
E.ON wird Ende Mai 2008 eine Verpflichtungszusage bei der Europäischen Kommission einreichen. Darin wird die im Februar angekündigte Bereitschaft zur Abgabe des eigenen Übertragungsnetzes und von 4.800 Megawatt Kraftwerksleistung in Deutschland konkretisiert. Der Inhalt dieser Zusage wurde gestern Abend vom Aufsichtsrat des Unternehmens beschlossen.
Danach ist E.ON bereit, das Höchstspannungsnetz (380.000/220.000 Volt) in Deutschland an einen Betreiber abzugeben, der nicht im Bereich der Stromerzeugung oder -versorgung tätig ist. Dieses Netz erstreckt sich mit einer Länge von insgesamt 10.000 Kilometern von der dänischen bis zur österreichischen Grenze.
Die abzugebende Kraftwerksleistung von 4.800 Megawatt entspricht knapp einem Fünftel der Erzeugungskapazität von E.ON in Deutschland. Sie setzt sich im Einzelnen aus folgenden Kraftwerken, Kraftwerksbeteiligungen und Bezugrechten zusammen:
- Im Kernenergiebereich ist E.ON bereit, Strombezugsrechte von insgesamt 1.500 Megawatt aus den Minderheitsbeteiligungen an den Kraftwerken Gundremmingen und Krümmel sowie zu einem kleinen Teil aus dem Kernkraftwerk Unterweser abzugeben. Das Eigentum an den entsprechenden Beteiligungen und am Kernkraftwerk Unterweser verbleibt bei E.ON.
- Weiterhin vorgesehen ist die Abgabe der Beteiligung am Braunkohlekraftwerk Lippendorf und die Abgabe eines anteiligen Bezugsrechts am Kraftwerk Buschhaus. Damit gibt E.ON insgesamt rund 600 Megawatt Erzeugungskapazität aus Braunkohle ab.
- Gut 1.700 Megawatt der abzugebenden Erzeugungskapazitäten entfallen auf Steinkohlekraftwerke. Abgegeben werden sollen hier die Beteiligungen an den Kraftwerken Rostock, Mehrum, Veltheim und Bexbach und die vollständig E.ON gehörenden Kraftwerke Farge und Zolling.
- Bei Gaskraftwerken sind keine Abgaben vorgesehen, die über die Vereinbarung mit Statkraft hinausgehen. Diese werden von der EU-Kommission zur Erfüllung der abzugebenden Erzeugungskapazität aus Erdgas angerechnet.
- Auch bei der Wasserkraft werden Kapazitäten aus der Statkraft-Vereinbarung berücksichtigt, nämlich die Laufwasserkraftwerke an der Weser und das Pumpspeicherwerk Erzhausen. Bei den Laufwasserkraftwerken kommen die Anteile an den Gemeinschaftskraftwerken am Inn hinzu, die E.ON gemeinsam mit dem österreichischen Verbund gehören, sowie die ebenfalls am Inn gelegenen Kraftwerke Nußdorf, Egglfing und Ering sowie der Laufwasseranteil der Kraftwerksgruppe Jansen. Damit liegt die abzugebende Gesamtkapazität aus Laufwasserkraftwerken bei insgesamt 330 Megawatt. Bei den Pumpspeicherkraftwerken sollen neben Erzhausen – die beiden Anlagen der Kraftwerksgruppe Jansen abgegeben werden, so dass hier eine Gesamtkapazität von rund 350 Megawatt erreicht wird.
Die EU-Kommission wird die Verpflichtungszusage von E.ON in den nächsten Monaten prüfen und einem Markttest unterziehen. Dabei werden verschiedene europäische Marktteilnehmer hinsichtlich der Wettbewerbseffekte der von E.ON gemachten Zusagen befragt. Danach entscheidet die EU-Kommission über eine Einstellung der derzeit laufenden Kartellverfahren gegen E.ON. Dieses Verfahren wird voraussichtlich bis zum Herbst 2008 dauern. Anschließend hat E.ON für die Abgabe der Erzeugungskapazitäten sechs Monate Zeit, soweit erforderlich weitere sechs Monate, und für die Veräußerung des Übertragungsnetzes zwei Jahre.
Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON AG beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.