E.ON vom Start weg mit hoher Ertragskraft


E.ON-Konzern hat Umsatz um 34 Prozent auf über 93 Mrd EUR gesteigert


Der E.ON-Konzern hat im Geschäftsjahr 2000 den Umsatz gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert um 34 Prozent auf über 93 Mrd EUR gesteigert. Das Konzern-Betriebsergebnis liegt mit 2,8 Mrd EUR leicht über dem Rekordniveau des Vorjahres. "Trotz der Belastungen im Strombereich haben wir also ein beachtliches Ergebnis erzielt", erklärte dazu Ulrich Hartmann, Vorstandsvorsitzender der E.ON AG, auf der heutigen Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Düsseldorf. Der Konzernüberschuss nach Steuern beträgt 3,7 Mrd EUR und liegt damit 30 Prozent über Vorjahr.

"Gleich mit dem ersten Jahresabschluss beweist der E.ON-Konzern seine hohe Ertragskraft", erklärte Hartmann weiter. Vor diesem Hintergrund wird der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende für das Geschäftsjahr 2000 um 10 Cent auf 1,35 EUR je Aktie vorgeschlagen. Dazu Hartmann: "Unsere Dividende erreicht damit einen historischen Höchstwert! Und in puncto Dividendenhöhe zählt E.ON zur Spitzengruppe der deutschen Unternehmen."

Prognose: Betriebsergebnis 2001 erheblich über Vorjahr

Im laufenden Geschäftsjahr wird E.ON das Betriebsergebnis beträchtlich steigern. Dabei rechnet der Strombereich mit einer leichten Verbesserung, weil sich die Strompreise insgesamt stabilisieren bzw. erholen, die Fusionssynergien greifen und weitere Kostensenkungen spürbar werden, erläuterte Finanzvorstand Erhard Schipporeit.

Er wies darauf hin, dass E.ON durch die Veräußerung von Telekommunikationsbeteiligungen der früheren VIAG zu einer nahezu goodwillfreien Fusionsbilanz kommt. Das zukünftige Ergebnisniveau erhöht sich dadurch gegenüber früheren Erwartungen um rund 300 Mio EUR.

Deutschland, Europa und Übersee - Energie auf Wachstumskurs

In Deutschland hat E.ON Energie bereits heute eine starke Position, die durch gezielte Akquisitionen, Aufstockung von Beteiligungen und schlagkräftigen Vertrieb weiter ausgebaut wird, erklärte Hartmann.

Die Position in Europa soll systematisch ausgebaut werden. Mit der Übernahme der Mehrheit bei Sydkraft wird E.ON maßgeblicher Akteur auf dem interessanten skandinavischen Energiemarkt und rückt gleichzeitig in Europa - hinter den Staatsunternehmen EdF und Enel - auf Platz drei vor. Diese Position baut das Unternehmen zu einer gesamteuropäischen Präsenz mit signifikanten Positionen in allen wichtigen Märkten aus. Dabei stehen nicht nur die an Deutschland grenzenden Regionen im Fokus, sondern auch interessante europäische "Inselmärkte" wie Großbritannien.

"Unsere Ambitionen reichen aber über Europa hinaus. So steht der US-amerikanische Energiemarkt erst ganz am Anfang einer Konzentrationsphase. Mit unserem Liberalisierungs-know-how hätten wir dort einen klaren Wettbewerbsvorteil", erklärte Hartmann.

Als ein in Europa führendes Utility, das über breite Erfahrungen in Sachen Privatisierung und Liberalisierung sowie hohe Finanzkraft verfügt, ist E.ON für viele Unternehmen ein attraktiver Partner. "Wir engagieren uns aber nur dort, wo es zur Umsetzung unserer strategischen Ziele beiträgt und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll ist. Wachstum heißt für uns immer profitables Wachstum", betonte Hartmann.

Degussa schärft Spezialchemie-Profil

Nach dem schnellen Abschluss der Fusion rückt bei Degussa die Konzentration auf die rentable Spezialchemie in den Vordergrund. Die vorgesehenen Divestments mit einem Umsatzvolumen von rund 6 Mrd EUR sind bereits eingeleitet und sollen zu einem großen Teil noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Übernahme des britischen Feinchemieunternehmens Laporte wird voraussichtlich in gut einem Monat abgeschlossen.Bisher 21 Mrd EUR aus Desinvestitionen erlöstBei der Trennung von Nicht-Kerngeschäften ist der Konzern schnell und mit großem Erfolg vorangekommen. Seit Bekanntgabe der Fusion vor knapp anderthalb Jahren hat E.ON rund 21 Mrd EUR aus Divestments erlöst. Das Divestmentprogramm wird weiter konsequent abgearbeitet, ohne dabei steuerliche Möglichkeiten aus den Augen zu verlieren.

Kein EU-Zwang zu deutscher Regulierungsbehörde

Hartmann begrüßte, dass der Europäische Rat den in der Kommission diskutierten Zwang zur Einführung nationaler Regulierungsbehörden in allen EU-Ländern nicht übernommen hat. "Es kann nicht in deutschem Interesse liegen, unsere pragmatischen Branchenlösungen in Bürokratie zu ersticken", betonte Hartmann.

Ein positives Signal für den Wettbewerb sieht er auch darin, dass die Bundesregierung die Zwangsquote für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vom Tisch genommen hat. Damit ist der Weg für eine marktverträgliche Alternative frei. Eine Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Wirtschaft zur beabsichtigten CO2-Reduzierung darf aber nicht durch überzogene Subventionsforderungen für heutige KWK-Anlagen gefährdet werden.