Bild: Doris Dettmarg

Begeisterung für Technik wecken

Als Technologiekonzern müssen wir uns besonders um die Rekrutierung weiblicher Fach- und Führungskräfte bemühen: Speziell im naturwissenschaftlich-technischen Bereich ist es schwierig, qualifizierte weibliche Bewerberinnen zu finden. So lag die Zahl der Studienanfängerinnen in der Elektrotechnik im Jahr 2011 bei 11 Prozent, im Maschinenbau bei 18 Prozent. Diese Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass Frauen in den Ingenieurwissenschaften nach wie vor unterrepräsentiert sind. Mit zahlreichen internen und externen Programmen versuchen wir daher, unsere weibliche Fach- und Führungskräftebasis auszubauen und junge Frauen für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik („MINT“) zu begeistern.

Offene Türen bei E.ON

Erste Kontakte zu potenziellen Bewerberinnen knüpfen wir bereits auf dem deutschlandweit jährlich stattfindenden "Girl's Day", bei dem Schülerinnen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren einen Tag lang Einblick in eher männlich dominierte Berufsfelder erhalten. E.ON beteiligt sich seit 2001 an der bundesweiten Aktion; mittlerweile öffnen mehr als zehn Standorte regelmäßig ihre Pforten. Mit einem ähnlichen Programm versucht E.ON UK seit 2008, britische Schülerinnen zwischen 14 und 16 Jahren für eine technische Laufbahn zu begeistern.

Nationaler Pakt für MINT

Junge Frauen an der Schnittstelle zwischen Schule und Studium bzw. Hochschule und Beruf adressieren wir seit Juli 2011 im Rahmen von "Komm, mach' MINT", einem nationalen Pakt für Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen. Ziel ist es, jungen Frauen ein realistisches Bild von diesen Berufen zu vermitteln, ihnen Chancen aufzuzeigen und sie so letztlich für eine entsprechende Berufswahl zu begeistern. In der bundesweiten VDI-Initiative "SACHEN MACHEN" unterstützen wir vor allem den Bereich "Nachwuchs begeistern". Durch den Internetsender "tecTV" oder das Portal "Technik-Welten" sprechen wir junge Menschen an und wollen so gemeinsam den Technologiestandort Deutschland langfristig stärken.

Kooperation mit Frauen-Karrierezentrum

Im Verbund mit einem ausgewählten Kreis namhafter Technologieunternehmen sowie Technischen Universitäten aus Deutschland und der Schweiz fördern wir im Berliner Karrierezentrum "femtec" ambitionierte Studentinnen aus den Natur- und Ingenieurswissenschaften. Das Netzwerk bietet den Frauen unter anderem Careerbuilding-Programme mit dem Ziel an, ihre beruflichen Ein- und Aufstiegschancen nachhaltig zu verbessern. Die Teilnehmerinnen haben außerdem bei Exkursionen Gelegenheit, die Partnerunternehmen kennen zu lernen. E.ON unterstützt femtec bei der Auswahl der Studentinnen in den Assessment Centern, bietet Exkursionen zu ihren Werken an und vermittelt Mentorinnen aus eigenen Netzwerken. Beim Berufseinstieg sind die Teilnehmerinnen überdurchschnittlich erfolgreich: 77 Prozent haben bereits vor Studienabschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche; fünf Jahre später haben bereits 42 Prozent erste Führungspositionen übernommen.

Zwei Netzwerke, ein Ziel

E.ON-intern setzen sich seit 2007 zwei Netzwerke für die Interessen von Frauen ein: "IngE" (Ingenieurinnen bei E.ON) für Frauen in Ingenieurs- und technischen Berufen sowie "FinE" (Frauen in der Energiewirtschaft) für Frauen in Führungspositionen und Nachwuchsführungskräfte. Beide Netzwerke sind auf Eigeninitiative von Frauen im E.ON-Konzern entstanden. Neben dem klassischen Netzwerkgedanken haben sie das Ziel, einen positiven Beitrag zur Unternehmenskultur bei E.ON und zu einem veränderten Rollenverständnis von Frauen in der Gesellschaft zu leisten. Im Vordergrund stehen dabei die Themen Karrierechancen von Frauen in Führungspositionen und technischen Berufen, Coaching, Mentoring - auch außerhalb des Konzerns - sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 2011 engagierten sich rund 160 Ingenieurinnen und Technikerinnen aus 30 Gesellschaften bei IngE und über 80 weibliche Führungs- und Nachwuchsführungskräfte bei FinE.