Bild: Schnellladestation

Schneller Laden mit Gleichstrom

Mit Gleichstrom kann die Batterie direkt mit einer hohen Ladeleistung geladen werden. Während die heute üblichen Wechselstrom-Ladeeinrichtungen eine Leistung von maximal zehn Kilowatt erreichen, leisten Gleichstromanlagen schon 50 Kilowatt. Technisch möglich sind sogar Leistungen bis 100 Kilowatt. Damit verringert sich die Ladezeit signifikant und sinkt auf 10 bis 30 Minuten für die komplette Batterie. An einem klassischen Haushaltsanschluss mit 3,5 Kilowatt Anschlussleistung müsste das Elektroauto dazu mehr als sechs Stunden stehen. E.ON hat bereits mit dem Aufbau von Schnellladestationen für Elektroautos entlang deutscher Autobahnen begonnen. Die erste Station dieser Art wurde an der A8 an der Ausfahrt Irschenberg in Bayern installiert. In Deutschland kommt damit erstmalig an Autobahnen die Gleichstromladetechnik zum Einsatz. Die neuen Stationen unterstützen das CHAdeMO-Protokoll, einen einheitlichen Standard, mit dessen Hilfe in Deutschland bereits erhältliche Elektrofahrzeuge wie Mitsubishi iMiEV, Peugeot iOn, Citroën C-Zero und künftig auch der Nissan Leaf geladen werden können.

Das Schnellladen wird in einer ersten Testphase pauschal fünf Euro kosten. Der zum Laden verwendete Strom wird ausschließlich in E.ON-eigenen deutschen Wasserkraftwerken erzeugt und macht die Autos so zum Null-Emissionen-Fahrzeug. E.ON setzt besonders bei öffentlichen Ladestationen auf die Gleichstromtechnik, da nur mit den kurzen Ladezeiten solcher Stationen ein Tankstopp unterwegs möglich wird. Schnellladestationen erweitern den Einsatzbereich von Elektroautos deutlich. Denn bislang sind diese Fahrzeuge vor allem für Pendler geeignet, die ihre Fahrzeuge über Nacht in der heimischen Garage laden und tagsüber nicht mehr als die derzeit verfügbaren gut 100 Kilometer Reichweite für den Weg zwischen Wohnort und Arbeitsplatz benötigen. Durch Schnellladestationen werden auch größere Distanzen von 150 bis 200 Kilometern, wie von München nach Salzburg oder von Stuttgart nach Frankfurt, sicher überbrückbar. Zudem könnten Schnellladestationen künftig auch Fahrern ohne eigene Garage das Fahren von Elektroautos ermöglichen. Schließlich kann der Aufladevorgang so auf wenige Minuten verkürzt werden, fast schon vergleichbar mit dem Betanken von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.