Verflüssigtes Erdgas: Flexible Ergänzung zum Pipeline-Gas
Die Frage, ob es sich lohnt, Erdgas zu verflüssigen und in diesem Zustand zu transportieren, stellt sich nicht erst seit kurzem. Schon vor mehr als 30 Jahren wurde von Spezialisten der E.ON Ruhrgas intensiv über diese Frage nachgedacht.
Auch damals war das große Potenzial der Technologie erkannt worden, Erdgas auf minus 161,5 Grad Celsius abzukühlen und so sein Volumen erheblich zu reduzieren, damit es für einen wirtschaftlichen Transport größerer Mengen "handlich" genug ist.
600 zu 1
Durch diese Abkühlung verwandeln sich 600 m3 Erdgas in 1 m3 verflüssigtes Erdgas. In diesem Zustand kann LNG (Liquefied Natural Gas) bei fast atmosphärischem Druck in speziellen Tankschiffen mit isolierten Lagertanks transportiert werden. Am Bestimmungsort wird es dann in einem einfachen Prozess erwärmt und wieder in den gasförmigen Zustand versetzt, so dass es wieder für den Gasleitungstransport per Pipeline zur Verfügung steht.
Günstige Alternative zum Pipeline-Gas
Die Gründe liegen auf der Hand: Der Bedarf an Erdgas in Deutschland und der EU steigt nach wie vor, gleichzeitig ist aber die europäische Erdgasförderung rückläufig. Mögliche LNG-Lieferquellen für Europa sind insbesondere der Nahe Osten sowie West- und Nordafrika. LNG kann zukünftig als günstige Alternative zum Pipeline-Gas per Schiff aus diesen Erzeugerländern zu den Verbrauchern in Europa transportiert werden.
Ein Viertel des Welterdgashandels mit verflüssigtem Erdgas
Die Technik zur Verflüssigung in so genannten Verflüssigungsstraßen (LNGTrains) im Erzeugerland und zur Wiederverdampfung am Zielort ist so weit entwickelt, dass inzwischen weltweit fast 180 Mrd m3 Erdgas pro Jahr auf diese Weise transportiert werden. Dieses entspricht rund einem Viertel des Welterdgashandels oder sechs Prozent des weltweiten Erdgasverbrauchs. Experten erwarten bis zum Jahr 2010 einen Anstieg auf 310 Mrd m3.