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Russland

Russland ist der bedeutendste Gaslieferant für Europa. Der europäische Gasbedarf wird zu rund einem Viertel durch russisches Erdgas gedeckt. Auch in Deutschland spielt Russland als Gaslieferant eine führende Rolle. Rund ein Drittel aller Gasimporte stammen aus russischen Quellen. Russland verfügt über die größten Erdgasreserven der Welt. Diese machen ein Viertel der weltweit sicher gewinnbaren Reserven aus.

Der Großteil des russischen Erdgases kommt dabei aus Westsibirien, von der Tazovskiy-Halbinsel, die zusammen mit der weiter westlich gelegenen Jamal-Halbinsel den Fluss Ob bis zur Mündung in die Karasee säumt. Die Erdgaslagerstätten in Sibirien befinden sich in Tiefen zwischen 700 und 3.000 Metern in mehreren Stockwerken von Speicherschichten. Nach Gas wird hier gebohrt in einer Endtiefe bis zu 1.000 Meter. Dabei wird jedes Gasfeld durch eine größere Anzahl von Bohrungen erschlossen. Mit gut 100 Bar Druck strömt es aus der Tiefe, aus Gesteinen, die in der Kreidezeit, vor etwa 95 Millionen Jahren, abgelagert wurden. Viel Erfahrung und viel technisches Know-how sind notwendig, um die Lagerstätten optimal zu erschließen.

Europa hat aufgrund seiner geografischen Lage gute Voraussetzungen, im Wettbewerb um Erdgas erfolgreich zu sein. Die bereits bestehende russische Erdgasexport-Infrastruktur ist vornehmlich auf den westeuropäischen Markt ausgerichtet. Die Erdgasexporte für Westeuropa fließen dabei über ein von der russischen, ukrainischen, slowakischen und tschechischen Gaswirtschaft errichtetes Leitungssystem zur deutsch-tschechischen Grenze bei Waidhaus. Dort beginnt die Ost-West-Schiene des westeuropäischen Erdgasverbunds, über die das Erdgas nach Deutschland gelangt und nach Frankreich und in die Schweiz weitergeleitet wird.

Deutschland bezieht seit mehr als 35 Jahren Erdgas aus Russland. Grundlage der Erdgaslieferungen sind eine Reihe von Importverträgen, die von der damaligen Ruhrgas AG in den 70er- und 80er- Jahren mit der sowjetischen Gasindustrie abgeschlossen wurden. Das breite Spektrum der technisch-wissenschaftlichen und gaswirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der russischen Gaswirtschaft und E.ON Ruhrgas geht heute längst über ein reines Lieferanten-Kunden-Verhältnis hinaus. Sie dient der Stärkung und dem Ausbau der Energiepartnerschaft beider Länder und ist Basis für eine sichere Erdgasversorgung in Europa.

Dass Russlands Gasreserven ausreichen, um Europa noch für Jahrzehnte zu beliefern, steht außer Frage. Neue Großvorkommen in der russischen Arktis, auf der Jamal-Halbinsel sowie das Shtokman-Feld in der Barentssee sind die nächsten Erschließungsprojekte. Vor dem Hintergrund des Wettbewerbs mit anderen Verbrauchsregionen und Abnehmern wird es für die europäischen Importeure zukünftig darauf ankommen, die besseren Voraussetzungen für erfolgreiche Verhandlungsabschlüsse mit den Produzenten zu schaffen. Vor diesem Hintergrund trägt E.ON Ruhrgas durch seine langjährigen und verlässlichen Lieferbeziehungen mit Gazprom sowie durch Beteiligungen an Projekten wie dem Bau der Nord-Stream-Pipeline aktiv dazu bei, die Verbindung zwischen Deutschland und Russland weiter auszubauen und langfristig Erdgas nach Europa zu lenken.

Langfristige Lieferverträge sind ein wichtiges Basiselement dieser Beziehung. Die zwischen E.ON Ruhrgas und Russland bestehenden Gasbezugsverträge reichen noch bis in das Jahr 2036.