E.ON AG
09.02.2012  09.13 Uhr
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  Untertagespeicher Transportsysteme Nord Stream Pipeline
Bild: Erdgasfeld in Russland © Nordstream

Nord Stream Pipeline

Direkte Anbindung an die weltweit größten Erdgasfelder

Heute beträgt der Anteil von Erdgas in Deutschland bereits rund 22 Prozent des Primärenergiebedarfs und wird in den kommenden zehn Jahren auf gut ein Viertel steigen. Deutschland und Mitteleuropa liegen strategisch günstig zu den großen Erdgasreserven in Russland.

Der Bedarf an Erdgasimporten in die Europäische Union, im Jahr 2009 über 400 Mrd m3, wird bis zum Jahr 2030 auf bis zu 570 Mrd m3 wachsen. Damit Europa mit diesen zusätzlichen Mengen zuverlässig und sicher versorgt werden kann, ist nach Einschätzung der EU der zügige Ausbau der Transport-Infrastruktur notwendig. Die EU-Kommission hat daher die geplante Pipeline durch die Ostsee als vorrangiges Energieprojekt von gesamteuropäischem Interesse eingestuft, als ein Schlüsselprojekt für die künftige Energieversorgung Europas.

Die Nord Stream AG ist ein internationales Joint Venture

Bild: Messe Hannover © Nordstream
Die Nord Stream AG ist ein internationales Joint Venture, das zur Planung, zum Bau und Betrieb der Pipeline durch die Ostsee gegründet wurde. Gazprom ist mit 51 Prozent an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt. BASF-Wintershall und E.ON Ruhrgas halten jeweils 15,5 Prozent, der französische Energieversorger GDF Suez und das niederländische Gasinfrastrukturunternehmen N. V. Nederlandse Gasunie sind mit je 9 Prozent am Nord Stream-Konsortium beteiligt. Durch die Verbindung der größten Gasreserven der Welt mit dem europäischen Gasleitungsnetz wird Nord Stream etwa 25 Prozent des zusätzlichen Gasimportbedarfs der Europäischen Union decken können. Die Pipeline mit einer Gesamtlänge von über 1.220 Kilometern wird 2011 zunächst mit einer jährlichen Kapazität von etwa 27,5 Mrd m3 in Betrieb gehen. In der zweiten Phase wird die Transportkapazität mit einem weiteren Leitungsstrang auf rund 55 Mrd m3  pro Jahr verdoppelt. Die Nord Stream Pipeline wird die russische Ostseeküste bei der Stadt Wyborg mit der deutschen Ostseeküste bei Greifswald verbinden. Russland und die EU stärken durch Nord Stream ihre Handelsbeziehungen.

Offshore - der sichere Versorgungsweg

Bild: Arbeiten auf einem Schiff © Nordstream
Der Verlauf der Nord Stream-Pipeline ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie durch ein finnisch-russisches Konsortium, North Transgas, ein Vorgängerprojekt, das nach umfangreichen Untersuchungen und Abwägung alternativer Routen bereits 1997-1999 für die Streckenführung mitten durch die Ostsee plädiert hat. Nach der  Fertigstellung von zusätzlichen, ausführlichen Untersuchungen  wurden die Pläne dann weiter optimiert und präzisiert. Schon 2000 galt das Vorhaben aus europäischer Sicht als besonders wichtig und wurde daher in die "Leitlinien der transeuropäischen Energienetze" (TEN-E) für bedeutende Infrastrukturprojekte aufgenommen. In der TEN-E-Liste hat das EU-Parlament insgesamt 42 Projekte von europäischem Interesse definiert. Die EU verspricht sich davon ein stärkeres Zusammenwachsen der Energiemärkte und damit eine höhere Versorgungssicherheit. Die Ostseepipeline ist somit unverzichtbar für das reibungslose Funktionieren des Energiebinnenmarkts. Neben Projekten wie Yamal II und Nabucco ist Nord Stream ein Schlüsselprojekt für langfristige Versorgungssicherheit. Vor diesem Hintergrund wurde Nord Stream 2006 der höchste TEN-E-Status eines "Vorhaben von europäischem Interesse" zuerkannt.

Längste Untersee-Pipelines der Welt

Nord Stream gehört mit ihren rund 1.220 Kilometer langen beiden Leitungssträngen zwar zu den längsten Untersee-Pipelines der Welt. Nach Erschließung der riesigen Erdgasvorkommen im Shtokman-Feld in der Barentssee verkürzt der neue Seeweg langfristig jedoch den Transport des Erdgases nach Westeuropa um mehr als ein Drittel. Ein wesentlicher Aspekt hinsichtlich des künftigen verstärkten europäischen Energiebedarfs. Die umfassenden Investitionen in den direkten Versorgungsweg über Nord Stream zeigen zudem, dass sich Russland zu starken europäischen Lieferbeziehungen bekennt. Die zuverlässige Versorgung dieses großen Erdgas-Absatzmarktes hat oberste Priorität. Die EU verfolgt bereits seit Langem neben der Diversifizierung der Energie-Lieferquellen auch die Diversifizierung der Transportwege. Dazu leistet Nord Stream einen entscheidenden Beitrag. Denn mit diesem Projekt werden keine bestehenden Pipelinewege ersetzt, Nord Stream dient dem zusätzlichen Importbedarf.
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