2010
Januar
Nach Zustimmung durch die zuständigen Kartellbehörden tauscht E.ON mit EdF und EnBW Erzeugungskapazitäten. Die Transaktion ist Teil der wettbewerbsfördernden Maßnahmen für den deutschen Energiemarkt, zu denen sich E.ON gegenüber der EU-Kommission 2008 verpflichten musste. Insgesamt hatte E.ON 2008 die Abgabe von 4.800 MW Kraftwerkskapazität sowie des Höchstspannungsnetzes in Deutschland zugesagt. E.ON hat in diesem Zusammenhang bereits Vereinbarungen zur Abgabe von Kraftwerkskapazitäten in Deutschland abgeschlossen, unter anderem mit der norwegischen Statkraft, der belgischen Electrabel und dem österreichischen Verbund.
E.ON und Masdar, die Initiative des Emirats Abu Dhabi zur Entwicklung Erneuerbarer Energien, gründen ein Joint Venture für Klimaschutzprojekte. Das gemeinsame Unternehmen EMIC (E.ON Masdar Integrated Carbon) wird Projekte im Mittleren Osten, Afrika und Asien entwickeln. Ziel ist es, den Ausstoß von CO2 bei Kraftwerken und Industrieanlagen deutlich zu reduzieren. Für die Durchführung der Klimaschutzprojekte erhalten E.ON und Masdar CO2-Zertifikate, welche zum Beispiel in das europäische CO2-Handelssystem eingebracht werden können.
Februar
E.ON und die TenneT Holding schließen den Verkauf des E.ON-Höchstspannungsnetzes in Deutschland endgültig ab. TenneT über nimmt mit Wirkung zum 31. Dezember 2009 alle Anteile der E.ON-Tochtergesellschaft transpower stromübertragungs GmbH (transpower). Mit dem Verkauf seines Höchstspannungsnetzes hat E.ON seine Verpflichtungszusage gegenüber der EU-Kommission nahezu erfüllt.
März
E.ON und Bionersis, ein weltweit führendes Unternehmen bei der Entwicklung von CDM-(Clean-Development-Mechanism-)Deponiegasprojekten, investieren 6,6 Mio EUR zur Verminderung des Treibhausgasausstoßes aus der Mülldeponie Nam Son bei Hanoi in Vietnam. Das bislang größte Klimaschutzprojekt in Südostasien wird in den nächsten 20 Jahren zu einer Emissionsverringerung führen, die 4,5 Mio Tonnen CO2 entspricht. Das Projekt wurde bereits bei der UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) eingetragen.
April
E.ON veräußert das Strom- und Gasgeschäft von E.ON U.S. LLC an die PPL Corporation, Allentown, Pennsylvania. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 7,6 Mrd US-$. Die Transaktion wird am 1. November erfolgreich abgeschlossen.
Mai
Johannes Teyssen tritt zum 1. Mai sein neues Amt als Vorstandsvorsitzender von E.ON an.
E.ON setzt die Verpflichtungszusage gegenüber der EU-Kommission mit einer letzten Transaktion vollständig um: Die Morgan Stanley Capital Group erhält Strombezugsrechte aus dem Kohlekraftwerk Veltheim entsprechend einer Kapazität von 265 MW.
Der E.ON-Aufsichtsrat stimmt einem organisatorischen und personellen Umbau des Vorstands zu und bestellt mit sofortiger Wirkung drei neue Vorstandsmitglieder: Regine Stachelhaus, Jørgen Kildahl sowie den bisherigen Vorstandsvorsitzenden von E.ON Energie, Klaus-Dieter Maubach. Christoph Dänzer-Vanotti und Lutz Feldmann scheiden aus dem Vorstand aus. Der bisherige Vorstandsvorsitzende von E.ON Ruhrgas, Bernhard Reutersberg, komplettiert ab August das Gremium.
E.ON nimmt im Süden von Portugal einen weiteren großen Onshore-Windpark in Betrieb. Der Windpark "Barão São João" hat eine installierte Leistung von 50 MW.
Im oberbayrischen Irsching nehmen E.ON und beteiligte Partnerunternehmen mit dem 860-MW-Block Irsching 5 eines der effizientesten und leistungsstärksten Gas- und Dampfkraftwerke der Welt in Betrieb. Mit einem Wirkungsgrad von 59,7 Prozent setzt die Anlage in puncto Energieeffizienz und Klimaschutz neue Maßstäbe.
Juni
E.ON und CEA (Commissariat à l’Energie Atomique et aux Energies Alternatives, Frankreich) treffen eine Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Kernenergie-Forschung und -Entwicklung. Diese Vereinbarung schafft die Grundlage für neue Forschungsprojekte zur künftigen Nutzung der Kernenergie.
Juli
E.ON leitet die Abgabe seiner Beteiligung in Höhe von rund 21 Prozent an der BKW FMB Energie AG, Bern, ein. Die Veräußerung der Minderheitsbeteiligung an der BKW ist Teil des laufenden Prozesses zur Überprüfung des Geschäftsportfolios. Noch im gleichen Monat wird in einem ersten Schritt die Veräußerung von rund 14 Prozent vollzogen.
September
E.ON begrüßt das von der Bundesregierung vorgestellte Energiekonzept als wichtige Weichenstellung für Deutschlands Energiezukunft. Vor allem mit der Modernisierung konventioneller Energieanlagen, dem Ausbau Erneuerbarer Energien und mit Forschung und Entwicklung rund um das Thema Energieeffizienz will E.ON wesentliche Beiträge zur Umsetzung des Konzeptes leisten. In diesem Zusammenhang hat die Bundesregierung auch eine Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen Kern kraftwerke beschlossen. Der größere Teil der daraus entstehenden zusätzlichen Gewinne wird vom Staat über die zur Konsolidierung des Bundeshaushalts eingeführte Kernbrennstoffsteuer und im Rahmen eines Energie- und Klimafonds abgeschöpft. Die Laufzeitverlängerung macht deutlich, dass die Kernenergie auf dem Weg in die Energieversorgung von morgen noch längere Zeit gebraucht wird.
Oktober
In Polen weiht E.ON in der Nähe von Posen einen großen Windpark ein: Wielkopolska ist mit 52,5 MW einer der größten und technisch modernsten Windparks des Landes.
Zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland eröffnet E.ON den Offshore-Windpark Rödsand II. Er ist derzeit der größte der sechs Offshore-Windparks des E.ON-Konzerns. Mit einer Kapazität von 207 MW liefert er saubere Energie für die Versorgung von 200.000 Haushalten. Das Projekt konnte drei Monate früher als geplant abgeschlossen werden.
E.ON erhält von der UN die erste Zustimmung für ein russisches Joint-Implementation-Projekt. Das Unternehmen errichtet am Kraftwerksstandort Shaturskaya bei Moskau ein hocheffizientes Gas- und Dampfkraftwerk mit einer Leistung von circa 400 MW. Damit kann bis Ende 2012 der CO2-Ausstoß um über 1 Mio Tonnen verringert werden. Das Kraftwerk wird im Dezember in Betrieb genommen.
E.ON schließt eine neue Kreditlinie über 6 Mrd EUR ab. Dabei erhält E.ON die besten Konditionen für eine fünfjährige Kreditlinie, die ein Single-A-geratetes Unternehmen seit Beginn der Finanzkrise erzielen konnte. Die neue Kreditlinie dient als allgemeine Liquiditätsreserve im Rahmen des Liquiditätsmanagements des Konzerns.
November
E.ON setzt unter dem Anspruch cleaner & better energy neue strategische Schwerpunkte, begegnet so dem sich verändernden Markt umfeld mit einer klaren Strategie und leitet damit den Transformationsprozess zu einem globalen, spezialisierten Anbieter von Energielösungen ein.
Dezember
E.ON verkauft den von der Konzerntochter E.ON Ruhrgas gehaltenen Gazprom-Anteil von 3,5 Prozent. Dabei übernimmt die staatliche russische Investitionsbank Vnesheconombank (VEB) 2,7 Prozent an Gazprom; 0,8 Prozent waren bereits über den Markt vorverkauft.
E.ON stimmt der Veräußerung von E.ON Rete, die das Gasverteilnetz in Italien führt, an ein Konsortium aus dem italienischen Infrastrukturfonds F2i SGR S.p.A. und AXA Private Equity, zu. Der Verkauf wird voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals 2011 abgeschlossen.