E.ON hält trotz Wirtschaftskrise an Milliardeninvestitionen fest


  • 30 Mrd Euro Investitionen vor allem in organisches Wachstum
  • Ausgabendisziplin, Performance-Steigerung und Desinvestitionen stärken das Unternehmen
  • Dividendenvorschlag: 1,50 Euro je Namensaktie
  • Starker Ausbau der Erneuerbaren Energien

„E.ON ist operativ erfolgreich, hält den eingeschlagenen strategischen Kurs, stärkt weiter ihre Wettbewerbsfähigkeit, investiert in organisches Wachstum und schafft Arbeitsplätze“ – mit diesen klaren Aussagen unterstrich E.ON-Chef Wulf. H. Bernotat auf der diesjährigen E.ON Hauptversammlung die Sonderstellung von E.ON in der aktuellen Wirtschaftskrise. „Nur wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen, die auch in Krisenzeiten Milliarden investieren, können einen großen Beitrag dazu leisten, diese Krise zu überwinden“, so Bernotat weiter.

Das Geschäftsjahr 2008 war für E.ON erneut wirtschaftlich erfolgreich. In einem sehr schwierigen Umfeld konnte E.ON den Umsatz um 26 Prozent auf rund 87 Mrd Euro steigern. Das Adjusted EBIT, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern, stieg um 7,3 Prozent auf 9,9 Mrd Euro und liegt damit im Korridor der Ergebnisprognose, die das Unternehmen noch vor Beginn der Wirtschaftskrise abgegeben hatte. Vor dem Hintergrund dieser guten Ergebnisentwicklung schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der heute in Essen tagenden Hauptversammlung eine erneute Steigerung der Dividende und damit eine Ausschüttung von 1,50 Euro je Namensaktie vor. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent des Bereinigten Konzernüberschusses. Auch in schwierigen Zeiten können sich die Aktionäre auf eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals bei E.ON verlassen. Dies ist eine der Voraussetzungen für das große Vertrauen, das E.ON vom Kapitalmarkt entgegengebracht wird.

Diszipliniert durch die Krise

Von der Wirtschaftskrise ist E.ON weniger betroffen als Unternehmen aus anderen Branchen, aber auch im Energiegeschäft zeigt sich die Krise mittlerweile – die Energienachfrage geht vor allem bei Industriekunden zurück. „In dieser Situation und aus unternehmerischer Verantwortung müssen wir stärker auf Sicht fahren“, betonte Bernotat. E.ON hat die noch ausstehenden Projekte des Investitionsprogramms zeitlich gestreckt, um sich Spielraum und Flexibilität zu sichern. Nach derzeitigem Stand wird E.ON von 2009 bis 2011 rund 30 Mrd Euro investieren. Gegenüber der ursprünglichen Planung für diesen Zeitraum sind das 6 Mrd Euro weniger als vorgesehen. Die damit verbundenen Projekte sind jedoch nur zeitlich verschoben. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Investitionssumme von 10 Mrd Euro wird E.ON die Basis für weitere, stabile Renditen schaffen und bleibt zugleich einer der wenigen Konjunkturmotoren im Krisenumfeld.

Zugleich stärkt E.ON mit dem Effizienzprogramm „PerformtoWin“ ihre Wettbewerbsfähigkeit. In jedem Bereich und auf allen Wertschöpfungsstufen werden Effizienz und Produktivität erhöht, Kosten gezielt gesenkt, Strukturen und Abläufe optimiert sowie Doppelarbeit und überflüssige Bürokratie abgebaut. Das schon vor Beginn der Wirtschaftskrise gestartete Programm zeigt bislang nachhaltige Verbesserungspotenziale in Höhe von bis zu 1,5 Mrd Euro, die E.ON bis 2011 dauerhaft realisieren will.

Darüber hinaus hat E.ON beschlossen, das Portfolio des Konzerns konsequent zu optimieren. Jedes Geschäft wird auf sein Wachstums- und Ertragspotenzial geprüft. Insgesamt arbeitet E.ON an der Abgabe von Aktivitäten im Umfang von mindestens 10 Mrd Euro. Insgesamt schaffen diese Maßnahmen die Voraussetzungen dafür, dass E.ON selbst in der Krise solide Ergebnisse erreichen wird und weiter wachsen kann.

Für das laufende Jahr 2009 geht E.ON davon aus, beim Adjusted EBIT das hohe Niveau des Vorjahres zu erreichen, für den Bereinigten Konzernüberschuss erwartet das Unternehmen eine Verringerung um rund 10 Prozent gegenüber Vorjahr. E.ON hält eine Steigerung des Adjusted EBIT um 10 Prozent auf ca. 11 Mrd Euro – auf Basis des heutigen Portfolios – für möglich. Dabei geht E.ON für 2010 nicht von einer wesentlichen Verbesserung der Rahmendaten aus.

Fokussierung auf organisches Wachstum

In den letzten Jahren ist E.ON vor allem durch Zukäufe gewachsen. Künftig will das Unternehmen auf der heute erreichten breiten internationalen Basis vor allem organisch wachsen. Durch Investitionen in Kraftwerke, Netze und Pipelines nutzt E.ON dabei die Chancen der notwendigen Modernisierung der europäischen Energiestrukturen. Mit etwa einem Drittel der 30 Mrd Euro, die bis 2011 investiert werden, werden die Erzeugungs- und Netzkapazitäten umfassend modernisiert. Dabei steht der Neubau von hocheffizienten Kohle- und Gaskraftwerken in Deutschland und Großbritannien im Fokus – sie ersetzen ältere Anlagen. Zwei Drittel der geplanten Investitionen sind für Wachstum vorgesehen, rund 80 Prozent davon für organisches Wachstum. Schwerpunkt ist der Ausbau der konventionellen Kraftwerkskapazitäten in den Niederlanden, in Belgien, in der Slowakei, in Ungarn und in Russland. Im Gasgeschäft liegt der Wachstumsschwerpunkt im Upstream-Geschäft. E.ON will mehr Gas selbst fördern, um auf noch mehr Gasquellen zugreifen zu können. Darüber hinaus soll das Geschäft mit verflüssigtem Erdgas – LNG – ausgebaut werden. Die Gespräche mit Gazprom über eine Beteiligung am russischen Gasfeld Yushno Russkoje sind ebenfalls fast abgeschlossen.

Klare Energiepolitik angemahnt

„Für unsere langfristig angelegte Strategie brauchen wir ebenso langfristige energiepolitische Rahmenbedingungen, auf die wir uns verlassen können“, mahnte Bernotat. Nach wie vor mangele es in Deutschland und Europa an einem ganzheitlichen energiepolitischen Ansatz, der Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit als drei gleichwertige Ziele der Energiepolitik zu einem ausgewogenen Zukunftskonzept verknüpft. Hierzu zähle vor allem ein breiter Energiemix, der alle Energieträger umfasst und deren Vor- und Nachteile in einem stimmigen Gesamtsystem optimiert und balanciert.

Starker Ausbau der Erneuerbaren Energien

Bernotat bekannte sich erneut zu einem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien, ihnen gehöre zweifellos die Zukunft. Mitte des Jahrhunderts werden diese nach aller Voraussicht den Beitrag der fossilen Brennstoffe erreichen oder übertreffen. Deshalb investiere E.ON – ungeachtet der Krise – besonders in Windenergie, Biomasse und Bio-Erdgas und künftig auch verstärkt in Solarstrom. Die 6 Mrd Euro, die E.ON für Investitionen in Erneuerbare Energien für den Zeitraum von 2007 bis 2010 geplant hat, werden weiterhin investiert.

Bernotat zog hierbei eine klare und positive Zwischenbilanz: „In weniger als zwei Jahren haben wir es geschafft, unsere Erneuerbare Kapazität auf rund 2.300 Megawatt auszubauen, 2010 sollen es rund 4.000 Megawatt und 2015 schon rund 10.000 Megawatt sein, das entspricht mehr als zehn Großkraftwerken.“ Der Fokus bei E.ON liegt derzeit auf Betrieb und Bau von Onshore- und Offshore-Windparks in den USA, Großbritannien, Dänemark und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2009 wird E.ON hier wichtige Meilensteine setzen. Die Offshore-Windparks Alpha Ventus, Robin Rigg und Rödsand sind im Bau, durch die Verbesserung der Förderung für Offshore-Wind in Großbritannien wird auch die Realisierung von London Array, dem mit 1.000 Megawatt größten Windpark der Welt, wirtschaftlich. Neben Erneuerbaren setzt E.ON auf effiziente und saubere Kohlekraftwerke und zählt auch die Kernenergie zu den Zukunftstechnologien mit großem Innovationspotenzial. Bernotat: „Europa wird ohne Kernenergie – insbesondere ohne deutsche Kernenergie – seine ambitionierten Klimaziele nicht erreichen.“

Gesellschaftliche Verantwortung durch unternehmerisches Handeln

Investitionen bei E.ON dienen nicht allein Unternehmen und Aktionären, sondern sind immer auch ein Beitrag zu Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung: 2008 hat E.ON durch seinen Wachstumskurs rund 13.000 neue Mitarbeiter einstellen können, davon 5.000 in Deutschland. Die laufenden Investitionen in Kraftwerke und Infrastruktur schaffen 30.000 neue Arbeitsplätze in Europa, mehr als jeden zweiten davon in Deutschland. Zudem wird E.ON trotz Wirtschaftskrise die hohe Ausbildungsquote von etwa 7 Prozent halten und unverändert jährlich 800 Auszubildende einstellen. Daneben werden die bewährten Förderprogramme für Jugendliche, denen aus verschiedensten Gründen der Eintritt in den Arbeitsmarkt schwer fällt, fortgesetzt.

Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON AG beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.