E.ON verklagt Acciona und Enel


Im Hinblick auf ein mögliches gemeinsames Übernahmeangebot vonAcciona und Enel und als Reaktion auf die bisherigen Handlungenund Aussagen beider Unternehmen leitet E.ON heute mehrerejuristische Verfahren ein. Das rechtswidrige Vorgehen von Accionaund Enel ist ein Versuch, die Endesa-Aktionäre zu täuschen und denPreis der Aktie zu manipulieren. Es behindert zudem das einzige, füralle Endesa-Aktionäre freigegebene Angebot von E.ON.

E.ON beantragt bei der spanischen Börsenaufsicht CNMV die Eröffnungeines Verfahrens gegen Acciona und Enel wegen Irreführungdes Marktes, Verstoß gegen das Übernahmerecht und Insider-Handel.Weiter fordert E.ON, dass Acciona und Enel ihre Endesa-Aktienwieder veräußern müssen und weitere Aktien-Käufe untersagt werden.Beide Unternehmen sollten darüber hinaus von der Möglichkeit, einöffentliches Übernahmeangebot zu machen, völlig – nicht nur für einebestimmte Zeit – ausgeschlossen werden.

Weiterhin reicht E.ON bei einem Bundesgericht (Federal Court) inNew York Klagen wegen Verletzung der amerikanischen Offenlegungsregelndurch Acciona und Enel ein. E.ON ist überzeugt, dassbeide Unternehmen irreführende Angaben zu ihren Vorhaben undVereinbarungen untereinander oder mit anderen Endesa-Aktionärengemacht haben. Das New Yorker Gericht hat bereits frühere Angabenvon Acciona als erheblich unzureichend eingestuft und demUnternehmen zunächst weitere Verletzungen der amerikanischenVeröffentlichungs-Pflichten untersagt. Mit der heutigen Klagebeantragt E.ON, Acciona wegen Missachtung des Gerichts zurVerantwortung zu ziehen.

E.ON beantragt bei dem New Yorker Gericht darüber hinaus, vonAcciona und Enel eine Korrektur ihrer Angaben zu fordern und vonweiteren Aktienkäufen auszuschließen. Dies bezieht sich auch auf denErwerb von Endesa-Aktien über Enel’s bestehende Swap-Vereinbarungenmit verschiedenen Finanzdienstleistern. Vor dem Hintergrund,dass Enel beim Kauf ihrer direkten 10%-Beteiligung gegenamerikanisches Übernahmerecht verstoßen hat, fordert E.ON schließlich,dass Enel den Aktionären eine Rückabwicklung des Aktien-Kaufs anbieten muss.

Dazu E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat: "Wir begrüßen dieschnelle Reaktion der CNMV, die bereits letzten Freitag das Verhaltenvon Acciona und Enel als rechtswidrig eingestuft hat. Das kann abernur der Beginn weiterer Verfahren und Ermittlungen mit entsprechendenSanktionen sein. Wir sind überzeugt, dass unser verbesserterAngebotspreis von 40,00 Euro pro Aktie oder ADR das einzigeAngebot auf längere Sicht für Endesa bleibt. Wir fordern daher dieEndesa-Aktionäre auf, ihre Aktien bis zum Ende der Angebotsfrist am3. April in Spanien bzw. am 6. April in den USA an uns zu veräußern."