E.ON erhält Ministererlaubnis für Ruhrgas

Strategische Vorteile bleiben trotz harter Auflagen erhalten

Die E.ON AG, Düsseldorf, hat heute vom Bundeswirtschaftsministerium die beantragte Ministererlaubnis für die Übernahme einer Mehrheit an der Ruhrgas AG, Essen, erhalten.

Das Ministerium hat anerkannt, dass der Zusammenschluss die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Ruhrgas steigert und zur Sicherung der deutschen Gasversorgung beiträgt. Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit hat E.ON mittelfristig gaswirtschaftliche Investitionen insbesondere in den Bereichen Gasförderung und Infrastruktur in Höhe von 6-8 Mrd EUR zugesagt.

Marktöffnung wird beschleunigt

Die Ministererlaubnis ist mit einschneidenden Auflagen zur Förderung des Wettbewerbs im Gasmarkt verbunden. Danach werden E.ON und Ruhrgas den Netzzugang für Dritte über die aktuelle "Verbändevereinbarung Gas II" hinaus erleichtern.

Ab 2004 wird Ruhrgas das Transportgeschäft in eine rechtlich selbständige Gesellschaft mit eigenen Mitarbeitern ausgliedern.

Ebenfalls zur Verbesserung des Wettbewerbs wird Ruhrgas im Rahmen einer offenen Auktion für 3 Jahre insgesamt ca. 5 Prozent ihrer Gasmengen Wettbewerbern anbieten. Darüber hinaus können Weiterverteiler ihren mit Ruhrgas vereinbarten Gasbezug künftig auf 80 Prozent ihres Gesamtbedarfs reduzieren.

Abgabe wertvoller Beteiligungen

Über die einschneidenden Auflagen zur Marktöffnung hinaus müssen sich E.ON und Ruhrgas zudem von mehreren Beteiligungen trennen. Dies sind die Mehrheitsbeteiligung an Gelsenwasser und die Minderheitsbeteiligungen am ostdeutschen Gasverbundunternehmen VNG, am nordwestdeutschen Regionalversorger EWE, an Bayerngas und bei den Bremer Stadtwerken.

Die im Endverbrauchergeschäft starken Beteiligungsgesellschaften Thüga und Heingas bleiben hingegen von Auflagen unberührt.

Entflechtung der Ruhrgas ist bedeutender Wettbewerbsimpuls

Unabhängig von den erteilten Auflagen wird die vollständige Entflechtung der Eigentümerstruktur von Ruhrgas den Wettbewerb im deutschen und europäischen Gasmarkt nachhaltig beleben. Mit dem Ausscheiden der auch im Gasgeschäft tätigen Gesellschafter BP, ExxonMobil und Shell werden erhebliche Wettbewerbskräfte freigesetzt. Sie treten als neue Wettbewerber im Gasmarkt auf.

Integriertes Geschäftsmodell kann in vollem Umfang realisiert werden

Insgesamt bewertet E.ON die erteilten Auflagen als sehr weitreichend und schmerzhaft. Sie sind aber hinnehmbar, weil E.ON und Ruhrgas auch nach Erfüllung der Auflagen das integrierte Geschäftsmodell realisieren können. Die Aktivitäten umfassen die gesamte Wertschöpfungskette von der Förderung über Import und Netze bis hin zum Kunden.

Darüber hinaus bietet das Gasgeschäft hervorragende Wachstumsperspektiven: Erdgas ist der wachstumsstärkste Energieträger. Alle Prognosen gehen von einer weltweit steigenden Gasnachfrage aus. Die Vollendung des einheitlichen Binnenmarkts in Europa eröffnet zusätzliche Chancen. E.ON wird in diesem Markt eine führende Rolle spielen.

E.ON-Vorstandsvorsitzender Ulrich Hartmann: "Dies ist eine richtungsweisende Entscheidung für E.ON, Ruhrgas und die deutsche Energiewirtschaft insgesamt. Sie wird die Versorgungssicherheit in Deutschland entscheidend verbessern und gleichzeitig dem Wettbewerb auf dem Gasmarkt starke Impulse geben.

Die Abgabe einer Reihe wertvoller Beteiligungen ist für E.ON und Ruhrgas sehr schmerzhaft. Auch die einschneidenden Auflagen zur Marktöffnung verlangen uns sehr viel ab. Für uns ist aber entscheidend: Gemeinsam mit Ruhrgas können wir jetzt eine international führende Position im Gasgeschäft aufbauen."